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TNP-FZ100: Wie lange reicht ein Akku bei Videoaufnahmen?

Kurz gesagt: Die TNP-FZ100 entspricht mit 7.2 V / 2280 mAh / 16.4 Wh der Spezifikation der originalen NP-FZ100. Ein Akku reicht bei durchgehender 4K-30p-Aufnahme grob für 120–150 Minuten, bei 4K 60p 10 Bit für 90–110 Minuten, bei 4K 120p oder 8K für 55–85 Minuten. Entscheidend für die Laufzeit ist nicht die Bitrate selbst, sondern der Gesamtverbrauch des Gehäuses – die Datenrate ist nur ein indirekter Indikator dafür. Im Folgenden stehen die Berechnungsmethode und eine Tabelle mit Bereichen nach Gehäuse und Aufnahmeformat.

Vorab eine Klarstellung: Alle genannten Zeiten sind aus einem Verbrauchsmodell abgeleitete Bereiche, keine Messwerte eines bestimmten Gehäuses bei einer bestimmten Temperatur. Nutzbare Kapazität der Zelle, Kühlstrategie des Gehäuses, Umgebungstemperatur und ein arbeitender Objektivstabilisator verschieben das Ergebnis; Abweichungen von 20 bis 30 Prozent sind üblich.

Die Grundformel der Schätzung

Bei einem Akku mit 16.4 Wh wird die tatsächlich nutzbare Kapazität üblicherweise mit etwa 90 Prozent der Nennangabe angesetzt – das Gehäuse schaltet bei einer Spannungsschwelle ab, bevor die Zelle vollständig entladen ist. Daraus ergeben sich rund 14.5–15 Wh. Die Laufzeit in Stunden ergibt sich als nutzbare Wh geteilt durch den Gesamtverbrauch in Watt. Der Gesamtverbrauch umfasst Sensorauslesen, Bildprozessor, Encoder, Display oder Sucher, Gehäusestabilisierung, Schreiben auf die Speicherkarte und den Fokusmotor des Objektivs.

Ein Beispiel: Bei 8 W Gesamtverbrauch ergibt 14.7 ÷ 8 etwa 1.84 Stunden, also rund 110 Minuten. Bei 12 W bleiben nur noch etwa 73 Minuten. Das erklärt, warum der Wechsel von 4K 30p auf 4K 120p die Laufzeit nahezu halbiert – der Verbrauch hat sich ungefähr verdoppelt.

Laufzeitbereiche nach Datenrate und Format

typisches Gehäuse Aufnahmeformat Datenrate Gesamtverbrauch (Schätzung) Laufzeit pro Akku
A7 IV 4K 30p 8 Bit 4:2:0 etwa 100 Mbps 6–7 W etwa 130–150 Minuten
A7 IV 4K 60p 10 Bit 4:2:2 etwa 200–300 Mbps 8–9 W etwa 90–110 Minuten
A7S III 4K 60p 10 Bit 4:2:2 etwa 200–300 Mbps 9–10 W etwa 85–100 Minuten
A7S III 4K 120p 10 Bit etwa 280–600 Mbps 11–12 W etwa 70–85 Minuten
FX3 4K 24p 10 Bit etwa 100–150 Mbps 7–8 W etwa 115–140 Minuten
A7R V 8K 24p 10 Bit etwa 400 Mbps 12–14 W etwa 55–70 Minuten

Die Verbrauchswerte in der Tabelle sind nach Gehäuseklasse und Encoderlast geschätzte Größenordnungen, keine Herstellerangaben. Die daraus errechnete Laufzeit weicht in der Praxis meist um höchstens ±20 Prozent ab – für die Reserveplanung eines Drehs reicht diese Genauigkeit aus.

Warum eine höhere Datenrate nicht linear zieht

Viele erwarten, dass doppelte Datenrate die halbe Laufzeit bedeutet. Das trifft nicht zu. Die Datenrate wirkt auf die Encoderlast und auf den Strombedarf beim Schreiben auf die Karte; beide Posten machen im Gesamtverbrauch nur einen begrenzten Anteil aus. Den größten Teil beanspruchen Sensorauslesen und Bildverarbeitung, und diese bleiben bei gleicher Auflösung und Bildrate nahezu konstant – eine höhere Datenrate ändert daran wenig.

Der Sprung von 100 auf 200 Mbps erhöht den Verbrauch daher vielleicht um 10–15 Prozent, die Laufzeit sinkt um einige Minuten. Der Sprung von 4K 30p auf 4K 120p vervierfacht dagegen die Bildrate, und die Arbeit von Sensor und Prozessor steigt in ähnlicher Größenordnung – die Laufzeit halbiert sich nahezu. Für eine realistische Einschätzung gilt: zuerst Bildrate und Auflösung betrachten, dann die Datenrate. In umgekehrter Reihenfolge schätzt man leicht falsch.

Einfluss des Codecs

Bei gleicher Datenrate ist die Encoderlast von H.265 in der Regel höher als bei H.264, dafür fallen die Dateien kleiner aus und der Schreibaufwand sinkt. All-Intra verlangt im Vergleich zu Long GOP eine kontinuierlichere Datenrate auf die Karte und kostet etwas mehr Leistung. Diese Unterschiede liegen für sich genommen meist im Bereich von einem halben bis einem Watt; über zwei Stunden Aufnahme summiert sich das zu einem Unterschied von einigen zehn Minuten.

Was die Schätzwerte in der Praxis verkürzt

  • Zeitlimit durch Wärme: Viele Gehäuse begrenzen bei 4K mit hoher Bildrate die Aufnahmedauer aufgrund der Gehäusetemperatur und stoppen nach zwanzig oder dreißig Minuten automatisch. Dann limitiert nicht der Akku, sondern die Wärmeabfuhr. Für durchgehende Aufnahmen ist eine externe Versorgung mit aktiver Kühlung die verlässlichere Lösung; Details stehen im Beitrag zur Versorgung mit Dummy-Akku.
  • Displayhelligkeit und Umgebungstemperatur: Bei hoher Helligkeit im Sommer kostet allein das Display ein bis zwei Watt zusätzlich. Bei Kälte sinkt die Beweglichkeit der Lithiumionen, aus derselben Kapazität lässt sich weniger Energie entnehmen – die nutzbare Laufzeit kann auf 80 Prozent fallen.
  • Gehäuse- und Objektivstabilisierung: Arbeiten beide gleichzeitig, steigt der Dauerstrom; bei Handaufnahmen mit langem Tele besonders deutlich.
  • Zusatzgeräte: Monitor, Funkstrecke oder ein über USB versorgtes Mikrofon ziehen Strom aus dem Gehäuse; die Laufzeit verringert sich um deren Verbrauch.
  • Alterung des Akkus: Nach ein bis zwei Jahren sinkt die nutzbare Kapazität; die Tabelle ist dann entsprechend dem tatsächlichen Zustand abzuwerten.

Bei Gehäusen wie FX3 und FX30, die auf lange Aufnahmen ausgelegt sind, unterscheidet sich die Versorgungsstrategie von der A7-Reihe, und intern bleibt eine Reserve für die Aufnahme eingeplant. Die passende Aufteilung ist in diesem Beitrag zur Videoversorgung beschrieben.

Von der Schätzung zum belastbaren Drehplan

  1. Zuerst die längste Einzelaufnahme des Drehs festlegen, etwa 45 Minuten für ein Interview.
  2. In der Tabelle den unteren Laufzeitwert für das geplante Format ablesen, bei 4K 60p also 90 Minuten.
  3. Untergrenze geteilt durch Einzellänge ergibt die Zahl der Aufnahmen pro Akku, abgerundet: 90 ÷ 45 = 2 Aufnahmen.
  4. Für den Akkuwechsel 5–10 Minuten Reserve einplanen und die Pausen zwischen den Aufnahmen mitrechnen.
  5. Aus der Gesamtzahl der Aufnahmen den Akkubedarf ableiten und einen zusätzlichen Akku als Puffer vorsehen.

Mit dieser Reihenfolge bleibt man auch dann handlungsfähig, wenn die tatsächliche Laufzeit 20 Prozent unter der Schätzung liegt. Da die TNP-FZ100 eine eigene USB-C-Buchse hat, lässt sie sich in der Pause direkt an einer Powerbank nachladen, ohne im Hotel auf das Ladegerät zu warten – bei langen Außendrehs ist das praktischer als ein weiterer Akku im Gepäck.

Häufige Fragen

Warum komme ich nur auf eine Stunde, während andere zwei Stunden schaffen?

Prüfen Sie drei Punkte: ob das Format identisch ist (Bildrate, Auflösung, Codec), ob das Display gleich genutzt wird (LCD oder Sucher, welche Helligkeit) und ob die Umgebungstemperatur vergleichbar ist. Schon eine Abweichung bei einem dieser Punkte kann 30 bis 40 Prozent ausmachen. Außerdem kann die andere Angabe eine Summe aus mehreren Aufnahmen mit Ausschalten dazwischen sein – das ist nicht dasselbe wie eine durchgehende Aufnahme.

Wie lange kann ich noch aufnehmen, wenn 20 Prozent angezeigt werden?

Eine Umrechnung nach Proportion ist nicht zu empfehlen. Die Ladestandsschätzung des Gehäuses arbeitet bei Fremdakkus oft wenig linear; 20 Prozent können innerhalb weniger Minuten in die Warnung springen oder noch zwanzig Minuten tragen. Sinnvoll ist, 15–20 Prozent als Punkt zu behandeln, an dem die Aufnahme beendet werden muss, und diese Reserve nicht in die Planung einzurechnen.

Ist die kürzere Laufzeit bei Kälte ein Defekt?

Meist nicht. Kälte erhöht die Viskosität des Elektrolyten und verlangsamt den Ionentransport, die nutzbare Kapazität sinkt vorübergehend; bei normaler Temperatur erholt sie sich weitgehend. Beobachtungen und Gegenmaßnahmen stehen in den Aufzeichnungen bei Kälte. Erst wenn die Laufzeit auch bei normaler Temperatur deutlich kurz bleibt, ist an Alterung zu denken.

Für längere Aufnahmen: größerer Akku oder externe Versorgung?

Das hängt von der Arbeitsweise ab. Wer mit der Hand arbeitet und die Position häufig wechselt, ist mit zwei oder drei TNP-FZ100 flexibler. Bei fester Kamera, Interviews und Livestreams sind externe Versorgung und Dummy-Akku unkomplizierter, weil kein Stopp nötig ist. Weitere Spezifikationen stehen in der FZ100-Serienübersicht.

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