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Nikon EN-EL15, 15a, 15b und 15c: Familie und Kompatibilität

Kurz gesagt: EN-EL15, EN-EL15a, EN-EL15b und EN-EL15c arbeiten alle mit einer Nennspannung von 7.0V; Abmessungen und Polposition sind identisch, sodass jedes für die EN-EL15-Reihe ausgelegte Gehäuse sie aufnimmt. Nur zwei Dinge unterscheiden die Generationen wirklich: die Kapazität, die von 1900mAh auf 2280mAh steigt, und das Laden per USB im Gehäuse, das ab dem EN-EL15b möglich ist. Anders gesagt: Ob ein Akku hineinpasst, war fast nie die Frage – wie weit er danach genutzt werden kann, ist die Frage. Dieser Beitrag erklärt Parameter, Kompatibilitätsgrenzen und die passende Auswahl in einem Zug.

Die Kernparameter der vier Generationen

Nikon hat die EN-EL15-Reihe schrittweise verändert: Die a-Version wechselte den Zellenlieferanten bei gleicher Kapazität, die b-Version ergänzte einen Ladeverwaltungs-Chip, erst die c-Version vergrößerte die Zelle wirklich. Die Werte der Tabelle stammen aus den offiziellen Nikon-Spezifikationen und den Akkuetiketten und dienen als Prüfmaßstab beim Kauf.

Modell Nennspannung Kapazität Energie USB-Laden im Gehäuse Typische Gehäuse
EN-EL15 7.0V 1900mAh etwa 14Wh nicht unterstützt D7000, D7100, D7200, D800, D600
EN-EL15a 7.0V 1900mAh etwa 14Wh nicht unterstützt D750, D500, D810, D850 (früh)
EN-EL15b 7.0V 1900mAh etwa 14Wh unterstützt D850 (spät), D780, Z6, Z7
EN-EL15c 7.0V 2280mAh etwa 16Wh unterstützt Z5, Z6 II, Z7 II, Z8, Z6 III

Zahlenmäßig liegt die c-Version etwa 380mAh über der ersten Generation, umgerechnet rund 20 Prozent. In der Praxis entspricht das grob ein- bis zweihundert zusätzlichen Bildern oder gut zehn Minuten mehr 4K-Video – eine Größenordnung, die man merkt, aber keine Verdopplung, wie sie Marketingtexte gern nahelegen.

Zu beachten ist, dass a-Version und erste Generation die gleiche Kapazität haben und sich nur in Zellencharge und Lieferant unterscheiden. Wer auf dem Gebrauchtmarkt liest, „EN-EL15a hat mehr Kapazität“, liegt falsch – geändert hat sich das Baujahr, nicht die Energiemenge.

Abwärtskompatibilität: passen heißt nicht ausnutzen

Nikon folgt der Logik „neuer Akku passt nach unten, alter Akku gerade noch nach oben“. Das lässt sich in drei Ebenen zerlegen.

Die erste Ebene ist die mechanische. Länge, Breite, Höhe, Polposition und Verriegelungsform sind bei allen vier Generationen gleich, die D7000 nimmt einen EN-EL15c auf, das Z8 ebenso einen EN-EL15 der ersten Generation. Diese Ebene kennt praktisch keine Ausnahme; auch ein Drittanbieterakku passt, wenn die Form stimmt.

Die zweite Ebene ist die elektrische. Erkennt ein älteres Gehäuse den Kommunikations-Chip eines neuen Akkus nicht, ist das häufigste Ergebnis kein Ausfall, sondern eine ungenaue Anzeige: Der Balken fällt einzeln ab, oder die Anzeige springt plötzlich von zwei Strichen in die Abschaltung. Bei Gehäusen aus den frühen 2010er-Jahren wie D7000 und D7100 sind springende Werte mit einem c-Akku ein bekanntes Phänomen.

Die dritte Ebene ist die funktionale und wird am leichtesten übersehen. Laden per USB im Gehäuse und Aufnahme über USB-Stromversorgung setzen eine Ladeverwaltung im Akku voraus, die nur EN-EL15b und EN-EL15c mitbringen. Ein EN-EL15 der ersten Generation im Z6 oder Z8 fotografiert weiterhin, doch an einer USB-C-Stromquelle lädt der Akku nicht.

Welcher Akku zu welchem Gehäuse passt

Es muss nicht durchgehend „das Neueste ist das Beste“ gelten; nach Gehäusegeneration in drei Gruppen zu unterscheiden ist praktischer:

  • D7000 / D7100 / D7200 / D600 / D800: EN-EL15 oder EN-EL15a genügen. Diese Gehäuse unterstützen ohnehin kein Laden im Gehäuse; die c-Version bringt keinen funktionalen Gewinn, sondern nur rund 20 Prozent mehr Kapazität.
  • D750 / D500 / D810 / D850 / D780: vorzugsweise EN-EL15b oder c. D780 und späte D850 unterstützen das Laden per USB, was erst ab der b-Version nutzbar ist.
  • Z5 / Z6-Reihe / Z7-Reihe / Z8: direkt den EN-EL15c. Bei diesen Systemkameras bleibt der Sucher dauerhaft aktiv, die Stabilisierung arbeitet ständig, und der Verbrauch unterscheidet sich grundlegend von einer DSLR – 20 Prozent Kapazitätsunterschied sind hier deutlich spürbar.

Wer DSLR und Systemkamera parallel nutzt, fährt mit einer einheitlichen Ausstattung auf EN-EL15c am einfachsten: Im alten Gehäuse zeigt er lediglich den Ladestand eventuell ungenau an, ohne die Aufnahme zu stören; im neuen Gehäuse ist er vollständig nutzbar. Wer dagegen nur die erste Generation kauft, verliert im neuen Gehäuse die USB-Ladefunktion.

Die Meldung „Akku nicht verwendbar“ bei Drittanbietern

Neuere Gehäuse wie Z8 und Z6 III prüfen die Akkukommunikation strenger; manche EN-EL15c von Drittanbietern lösen beim Einsetzen die Meldung „Dieser Akku kann nicht verwendet werden“ aus oder verweigern bestimmte Lastprofile. Ursache ist meist nicht eine geschönte Kapazität, sondern ein nicht vollständig abgestimmtes Kommunikationsprotokoll.

Beim Kauf zählen zwei Punkte: ob das Etikett ausdrücklich 7.0V / 2280mAh nennt statt vage „kompatibel mit EN-EL15″, und ob der Anbieter eine eigene Freigabe für Z8 und Z6 III dokumentiert. Anbieter, die auf ein Modell spezialisiert sind, führen in der Produktbeschreibung meist eine Liste der getesteten Gehäuse – verlässlicher als ein pauschales „universell kompatibel“.

Noch ein Hinweis: Die Originalschale der EN-EL15-Reihe (MH-25) prüft Fremdakkus streng und stoppt gelegentlich mitten im Ladevorgang. In diesem Fall hilft oft ein Drittanbieter-Ladegerät mit weiter Spannungserkennung mehr als ein anderer Akku.

Wer noch eine kleine Systemkamera wie Z50 oder Z fc mit EN-EL25 besitzt: Die Ladegeräte beider Systeme sind nicht austauschbar, eine Schale deckt also nicht alle Gehäuse ab; Details auf der EN-EL25-Kategorieseite. Markenübergreifend lohnt ein Vergleich mit der Kompatibilitätslogik der Canon LP-E6-Reihe – die Hersteller gehen bei „neuer Akku passt nach unten“ erstaunlich ähnlich vor.

Häufige Fragen

Lässt sich der EN-EL15c in der D7000 verwenden?

Einsetzen und fotografieren ja. Die D7000 unterstützt kein USB-Laden im Gehäuse, die Ladeverwaltung der c-Version bleibt also ungenutzt; Sie gewinnen lediglich Kapazität. Springende Werte in der Anzeige sind normal und beeinflussen Bilder und Verschluss nicht.

Worin unterscheiden sich EN-EL15b und EN-EL15c?

Nur in Kapazität und Zelle. Beide unterstützen das Laden per USB im Gehäuse und folgen demselben elektrischen Protokoll. Die b-Version hat 1900mAh, die c-Version 2280mAh. Bei Z6 II, Z7 II oder Z8 ist die c-Version die naheliegende Wahl.

Warum lädt mein Z8 an USB-C nicht?

Prüfen Sie drei Dinge: ob der Akku ein EN-EL15b oder c ist, ob die Stromquelle USB PD mit ausreichender Leistung liefert und ob das Kabel ein datenfähiges C-to-C-Kabel ist. Fehlt eines davon, versorgt das Gehäuse möglicherweise nur, ohne zu laden.

Lassen sich die vier Generationen mischen?

Ja, im selben Hochformatgriff sollten sie aber nicht gemischt werden. Zwei Akkus mit unterschiedlicher Kapazität und unterschiedlichem Innenwiderstand entladen sich verschieden, und das Gehäuse warnt nach dem schwächeren. Weitere Beiträge zum EN-EL15 finden Sie auf der EN-EL15-Kategorieseite.

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EN-EL15c für Z6 II, Z7 II und Z8: Grenzen alter Akkus

Kurz gesagt: Z6 II, Z7 II und Z8 werden mit dem EN-EL15c ausgeliefert. Seine 2280mAh liegen nur rund 20 Prozent über dem alten Wert; die eigentliche Hürde liegt bei Kommunikation und Ladeverwaltung – nur EN-EL15b und EN-EL15c lösen das Laden per USB im Gehäuse und den Betrieb über USB PD aus, und nur sie zeigen Ladestand in Prozent und Akkulebensdauer vollständig an. Mit einem alten EN-EL15 meldet die Kamera keinen Fehler, doch diese Funktionen entfallen, und bei hoher Last erscheint die Warnung früher.

Was die drei Gehäuse vom Akku verlangen

Zuerst die Unterschiede der drei Kameras. Die Akkufächer sind gleich ausgelegt, der Strombedarf ist es nicht: Beim Z8 gibt es außer dem mechanischen Verschluss kaum Sparpotenzial, 8K- und 4K-Aufnahmen mit hoher Bildrate bedeuten dauerhaft hohe Ströme; Z6 II und Z7 II sind moderater, doch zwei EXPEED-6-Prozessoren und die Fünf-Achsen-Stabilisierung arbeiten ebenfalls permanent.

Modell Akku im Lieferumfang Nutzbare Akkus USB-Laden im Gehäuse Aufnahme über USB PD
Z6 II EN-EL15c EN-EL15 / 15a / 15b / 15c erfordert 15b oder 15c erfordert 15b oder 15c
Z7 II EN-EL15c EN-EL15 / 15a / 15b / 15c erfordert 15b oder 15c erfordert 15b oder 15c
Z8 EN-EL15c EN-EL15 / 15a / 15b / 15c erfordert 15b oder 15c erfordert 15b oder 15c

„Nutzbar“ und „voll nutzbar“ sind in der Tabelle zwei verschiedene Dinge. Nikon formuliert die Kompatibilität klar: Ältere Akkus lassen sich einsetzen, doch einzelne Funktionen sind eingeschränkt. In der Anleitung steht das meist als Fußnote und wird leicht übersehen.

Drei konkrete Folgen der Einschränkung

1. Rund 20 Prozent weniger Kapazität, unter Last stärker spürbar

1900mAh gegen 2280mAh – auf dem Papier 380mAh Unterschied. In einer DSLR bedeutet das vielleicht „gut hundert Bilder mehr“, im Z8 arbeiten 8K-Aufnahme, Puffer-Schreiben der Serienbilder und Stabilisierung gleichzeitig mit hohen Strömen, und der steigende Innenwiderstand drückt die nutzbare Kapazität weiter. Alte Akkus liegen in der Praxis oft schlechter als es das Verhältnis der Nennwerte vermuten lässt.

2. Das USB-Laden im Gehäuse fällt aus

Das ist die eigentliche Einschränkung. Z6 II, Z7 II und Z8 laden den Akku im Gehäuse über eine USB-C-Stromquelle und erlauben gleichzeitiges Arbeiten am Kabel. Diese Funktion hängt jedoch an der integrierten Ladeverwaltung des Akkus; dem EN-EL15 und EN-EL15a der ersten Generation fehlt diese Schaltung. Am Kabel geht das Gehäuse in den Zustand „externe Versorgung“, der Ladestand steigt nicht.

Für Zeitraffer, Livestreams oder Studioaufnahmen mit langem festem Standort sind das zwei verschiedene Arbeitsweisen: Mit Gehäuseladung trägt ein Akku einen ganzen Tag; ohne muss zwischendurch gewechselt oder ein Dummy-Akku verwendet werden.

3. Ladestand und Akkulebensdauer nur teilweise verfügbar

Die Z-Gehäuse zeigen unter „Akkulebensdauer“ den relativen Gesundheitszustand. Dieser Wert stammt aus dem Speicherchip im Akku; bei älteren Akkus lässt er sich oft nicht auslesen oder ist deutlich verfälscht. Auch springende Prozentwerte kommen vor, besonders in Kälte, wo die Anzeige von 30% direkt in die Abschaltung fallen kann.

Warum das Z8 empfindlicher reagiert

Der Verbrauch des Z8 liegt innerhalb der Nikon-Systemkameras im oberen Bereich: kompaktes Gehäuse, Auslegung ohne mechanischen Verschluss, heller EVF, 8K-Aufnahme – alles deutet auf dauerhaft hohe Ströme. Der offizielle CIPA-Wert liegt im Bereich von gut dreihundert Bildern; in der Praxis mit zwei- bis dreihundert Fotos pro Tag und etwas Video trägt ein EN-EL15c meist nicht bis zum Feierabend.

Bemerkenswerter ist das Verhalten bei knapper Versorgung. Fällt der Ladestand unter einen bestimmten Punkt oder die Spannung durch hohen Innenwiderstand ab, begrenzt das Gehäuse einzelne Funktionen – etwa die Serienbildrate oder die Aufnahmedauer in 8K. Solche Grenzen werden nicht mit „wegen des Akkus“ erklärt, sondern zeigen sich als „warum ist das plötzlich so langsam“. Mit alten Akkus tritt diese Verwirrung häufiger auf.

Wie Ersatzakkus sinnvoll zu planen sind

  1. Im Hauptslot EN-EL15c vom Original oder mit hoher Fertigungsgleichheit. Gerade Z8-Nutzer sollten hier nicht sparen; ein nicht passendes Kommunikationsprotokoll führt direkt zur Meldung „Dieser Akku kann nicht verwendet werden“. Achten Sie bei Drittanbietern darauf, ob sie das Z8 und die Z6 III ausdrücklich getestet haben; Anbieter mit veröffentlichter Liste passender Gehäuse sind hier bequemer.
  2. Mindestens ein Ersatzakku, an Drehtagen zwei. Für Z6 II und Z7 II genügen bei leichter Nutzung ein Akku plus ein Ersatz; für das Z8 planen Sie ab zwei.
  3. Eine USB-PD-Powerbank mit über 30W einplanen. In der Pause am Gehäuse angeschlossen, füllt sie in einer halben Stunde spürbar nach und ist bequemer als ein Akkuwechsel.
  4. Bei Griffnutzung paarweise verwalten. MB-N11 und MB-N12 nehmen zwei Akkus auf; verwenden Sie möglichst dasselbe Modell aus derselben Charge, damit die Warnung nicht wegen des schwächeren Akkus zu früh kommt.

Wer ohnehin drei oder vier Akkus auf einmal kauft, fährt mit einer einheitlichen Ausstattung auf EN-EL15c am einfachsten: alte DSLRs nehmen ihn, neue Systemkameras laufen damit vollständig, und auch gemischt entstehen keine Fehler. Die vollständige Reihe der vier Generationen beschreibt die EN-EL15-Familie. Wer häufig verreist, sollte zudem die Kapazitätsgrenzen im Flugzeug vorab klären, siehe Akkus im Handgepäck.

Häufige Fragen

Lässt sich der EN-EL15a im Z6 II verwenden?

Einsetzen und fotografieren ja, die Aufnahmefunktionen bleiben unberührt. USB-Laden im Gehäuse und Aufnahme über USB PD entfallen jedoch, und die Ladestandsanzeige kann ungenau sein. Als gelegentliche Reserve ist das vertretbar; als Hauptakku besser auf die b- oder c-Version wechseln.

Reicht der EN-EL15b im Z8?

Funktional ja, USB-Laden und Stromversorgung werden unterstützt; die Kapazität liegt nur rund 20 Prozent unter der c-Version. Ist das Budget vorhanden, ist im Z8 die c-Version erste Wahl, die b-Version eignet sich besser als Reserve.

Lehnt das Z8 einen EN-EL15c von Drittanbietern ab?

Möglich ist es. Das Z8 prüft Akkus strenger, und manche nicht angepasste Fremdakkus lösen „Dieser Akku kann nicht verwendet werden“ aus. Bevorzugen Sie Produkte mit ausdrücklicher Freigabe für Z8 und Z6 III und testen Sie sie direkt nach dem Auspacken im Gehäuse.

Was tun, wenn die Laufzeit bei Kälte stark einbricht?

Dass Lithium-Ionen-Akkus unter null Grad weniger leisten, ist Physik und kein Defekt. Bewährt ist es, Ersatzakkus am Körper zu tragen, sie zu wechseln und nach dem Aufwärmen einen Teil der Ladung zurückzugewinnen. Das Vorgehen im Test bei minus 10 Grad lässt sich auf alle Marken übertragen.

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EN-EL15 im Vergleich: Laufzeit in DSLR und Systemkamera

Kurz gesagt: Derselbe EN-EL15 erreicht in einer DSLR wie der D850 nach offizieller CIPA-Messung über tausend Bilder, in einer Z7 II oder Z6 II nur drei- bis vierhundert. Der Unterschied liegt nicht am Akku, sondern an der Sucherart – bei einer DSLR bleiben Sensor und Display stromlos, während bei einer Systemkamera der Sensor für EVF und LCD dauerhaft arbeitet und auch die Bildstabilisierung ständig Strom zieht. Wer das versteht, plant Ersatzakkus nicht mehr einfach nach dem Motto „ein paar mehr kaufen“.

Warum CIPA-Werte nur eine Tendenz zeigen

Die CIPA-Bedingungen sind zurückhaltend gewählt: 23℃, Blitz aus, alle 30 Sekunden ein Bild, nach je zwei Bildern eine Kontrolle, Zoomobjektiv im festen Rhythmus. Dieses Verfahren begünstigt die DSLR, weil sie viel Zeit im Bereitschaftszustand verbringt und dabei kaum Strom zieht. Für Systemkameras fällt es ungünstig aus – und nicht einmal ungünstig genug, um der Praxis zu entsprechen: Dort bleibt der EVF lange aktiv, wird häufig kontrolliert und die Bluetooth-Übertragung läuft mit, sodass der Verbrauch deutlich über den Testbedingungen liegt.

Sinnvoller ist daher die Lesart: Die relativen Verhältnisse aus CIPA sind verlässlich, die absoluten Werte nicht. Die folgende Tabelle ist eine Erfahrungszusammenstellung zur Schätzung der Akkuanzahl, keine genaue Vorhersage.

Gehäusetyp Beispielmodelle CIPA-Bereich Praxis bei Streetfotografie Videosituation
Vollformat-DSLR D850, D780, D500 etwa 1200-2200 Bilder etwa 800-1500 Bilder nicht auf lange Aufnahmen ausgelegt
APS-C-DSLR D7500, D7200 etwa 900-1200 Bilder etwa 600-1000 Bilder durch Aufnahmezeitlimit begrenzt
Vollformat-Systemkamera Z6 II, Z7 II, Z8 etwa 300-450 Bilder etwa 250-500 Bilder etwa 1-2 Stunden Daueraufnahme

Die letzte Zeile ist der Kern: Die Schwäche der Systemkameras liegt nicht beim Foto, sondern beim Video. Ein EN-EL15c mit 16Wh trägt eine 4K-Daueraufnahme meist etwas über eine Stunde, und dieser Wert entscheidet stärker als die Foto-Laufzeit darüber, wie viele Akkus Sie mitnehmen.

Warum die DSLR sparsam ist

Der Verbrauch der DSLR verläuft impulsartig: Der Sucher ist optisch, der Hauptsensor bleibt stromlos, nur Mess- und Fokusmodul arbeiten mit geringer Leistung; erst beim Auslösen wird der Sensor für die Belichtung zugeschaltet und danach sofort abgeschaltet. Der stromhungrigste Teil des Ablaufs arbeitet also weniger als eine Sekunde.

Deshalb hängt die Laufzeit einer DSLR stark vom Aufnahmerhythmus ab. Ruhig auf das Licht warten und Bild für Bild arbeiten – zwei bis drei Tage mit einem Akku sind keine Seltenheit. Serienbilder, häufige Kontrolle und Video im Live-View drücken die Laufzeit sofort auf das Niveau einer Systemkamera. Sinkt die Laufzeit Ihrer DSLR plötzlich, prüfen Sie zuerst, ob Sie in letzter Zeit Live-View nutzen, statt sofort einen neuen Akku zu kaufen.

Ein weiterer Vorteil der DSLR: Ausgeschaltet zieht sie keinen Strom. Nach einem Monat in der Schublade ist der Ladestand nahezu unverändert. Systemkameras haben Uhr, Bluetooth-Bereitschaft und Hintergrundaufgaben der Firmware und verlieren über längere Zeit langsam Ladung.

Wohin der Strom bei der Systemkamera geht

Eine Systemkamera hat keinen optischen Bypass; allein das Suchen des Bildes kostet viel Strom. Der EVF von Z6 II und Z7 II ist hell, arbeitet mit 60fps oder sogar 120fps, und Display wie Sucher sind gleichzeitig aktiv; der Sensor muss das Bild laufend auslesen, die elektromagnetische Einheit der Fünf-Achsen-Stabilisierung arbeitet permanent; dazu kommen zwei Prozessoren sowie WLAN und Bluetooth im Bereitschaftsbetrieb – die Grundlast liegt damit eine Größenordnung über der einer DSLR.

Einige Punkte werden dabei leicht übersehen:

  • Der EVF zieht mehr als das LCD. Viele nehmen an, der Sucher sei sparsamer als das Display; bei Systemkameras ist es oft umgekehrt, besonders bei hoher Bildrate. Wer Strom sparen will, kann die EVF-Bildrate auf 60fps senken.
  • Stabilisierung dauerhaft aktiv. Aus der Hand muss sie arbeiten; auf dem Stativ bringt das Abschalten etwas, wenn auch nicht viel.
  • Funkverbindung. Ein dauerhaft aktives SnapBridge mit automatischer Übertragung zieht Strom, ohne dass Sie es bemerken.
  • Kälte. Unter null Grad sinkt die Aktivität der Lithium-Ionen-Zellen, die Spannung fällt früher und löst die Abschaltung aus. Zum Vorgehen bei Minusgraden siehe den Akkutest bei minus 10 Grad; der Mechanismus ist unabhängig vom Akkumodell.

Wie Ersatzakkus zu planen sind

  1. Erst das Szenario, dann die Anzahl. Ein Tag Streetfotografie mit achttausend Schritten und dreihundert Bildern: Für die Z6 II genügen ein EN-EL15c und ein Ersatzakku. Bei Hochzeiten und Veranstaltungen, die nicht unterbrochen werden dürfen, rechnen Sie mit einem Akku pro 3 Stunden.
  2. DSLR-Nutzer müssen nicht horten. Mit zwei Akkus an D850 oder D780 wird der zweite an einem normalen Tag selten leer. Das Budget ist in Objektiven oder Speicherkarten besser angelegt.
  3. Bei Systemkameras zuerst die Ladelösung bedenken, nicht mehr Akkus. Eine USB-PD-Powerbank mit über 30W und ein C-to-C-Kabel füllen in einer halben Stunde Pause spürbar nach und wiegen weniger als zwei zusätzliche Akkus.
  4. Der Hochformatgriff ist ein verstecktes Akkufach. MB-N11 und MB-N12 nehmen zwei Akkus auf, verdoppeln die Laufzeit und erlauben den Wechsel einzelner Akkus im Betrieb.
  5. Alte Akkus rotieren lassen. Wer dauerhaft nur einen Akku nutzt und den anderen lagert, verliert den gelagerten durch Selbstentladung und Alterung schneller. Abwechselnder Einsatz verteilt die Lebensdauer gleichmäßiger. Beim Nachkauf achten Sie auf Modelle mit klarer Angabe von 7.0V und Kapazität; Anbieter, die auf ein Modell spezialisiert sind, machen die Etikettangaben meist sauber.

Welche Generation Sie kaufen sollten, erläutert die EN-EL15-Kategorieseite; bei Z8 oder Z6 II lohnt ein eigener Blick auf die funktionalen Grenzen älterer Akkus. Wer häufig zwischen Städten oder Ländern reist, sollte zudem die Regeln für den Transport im Flugzeug beachten, siehe Akkus im Handgepäck.

Häufige Fragen

Warum liegt meine D850 deutlich unter dem offiziellen Wert?

Prüfen Sie zuerst, ob Live-View aktiv ist, ob WLAN-Zubehör läuft und ob die Objektivstabilisierung dauerhaft eingeschaltet bleibt. Alle drei bringen eine DSLR auf das Verbrauchsniveau einer Systemkamera. Zudem ist bei Akkus über zwei Jahren und mehreren hundert Ladezyklen ein Kapazitätsverlust von 15%-20% normal.

Wie viele Akkus braucht eine Systemkamera für einen ganzen Tag?

Für Z6 II oder Z7 II geschätzt: Bei reinen Fotoaufnahmen mit dreihundert bis fünfhundert Bildern am Tag reichen zwei EN-EL15c meist aus. Sollen zwischendurch Videos entstehen oder Funkübertragung laufen, planen Sie drei ein oder nehmen eine PD-Powerbank mit.

Hält der EN-EL15c in einer DSLR länger?

Ja, weil die Kapazität rund 20 Prozent höher liegt. Eine DSLR hat jedoch ohnehin keinen Mangel an Laufzeit, der absolute Gewinn bleibt begrenzt – das Geld ist in einer Ersatzspeicherkarte besser investiert.

Wie lagert man Akkus, die lange nicht genutzt werden?

Etwa 60 Prozent Ladung einstellen, kühl und trocken lagern und alle drei bis sechs Monate nachladen. Dauerhafte Lagerung bei voller oder leerer Ladung beschleunigt die Alterung.