Die Antwort vorab: „Beim ersten Mal zwölf Stunden laden“ ist ein Irrtum, und wer sich danach richtet, kann dem Akku eher schaden. Die Empfehlung stammt aus der Zeit der Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Akkus: Diese zeigten einen Memory-Effekt und wurden mit einer langen Erhaltungsladung „aktiviert“. Die heutige NP-FZ100 ist ein Lithium-Ionen-Akku ohne Memory-Effekt, der ab Werk mit nutzbarer Ladung ausgeliefert wird. Das zugehörige Ladegerät schaltet nach Erreichen der Ladeschlussspannung um und beendet die Stromzufuhr; ein längeres Verbleiben führt keine weitere Energie zu, sondern hält den Akku lediglich über viele Stunden im vollen Zustand.
Inbetriebnahme in fünf Schritten
Schritt 1: Nach dem Auspacken Sichtprüfung
- Schritt 1: Gehäuse auf Schlagspuren, Aufblähungen und Kratzer prüfen, Kontakte auf Verfärbungen oder Verformungen.
- Schritt 2: Abgleichen, ob Typ, Kapazität und Spannung auf dem Akku mit der Bestellung übereinstimmen (NP-FZ100: 2280 mAh / 7,2 V / etwa 16,4 Wh).
- Schritt 3: Prüfen, ob der Typ zum Gehäuse passt – die NP-FZ100 wird in A7 III, A7R III/IV/V, A7 IV, A7S III, der A9-Reihe, A1, A6600, A6700, der A7C-Reihe, FX3, FX30 und ZV-E1 verwendet; für A6400, A6500 und die A7-II-Reihe ist die NP-FW50 vorgesehen. Ein Abgleich vor dem Kauf ist über Übersicht der Sony-Systemakkus möglich.
Schritt 2: Sofort verwenden oder zuerst laden – beides möglich
- Schritt 1: Neue Akkus enthalten in der Regel eine Teilladung, sodass ohne vorheriges Laden fotografiert werden kann.
- Schritt 2: Erscheint der Hinweis, dass die Restkapazität mit diesem Akku möglicherweise nicht korrekt angezeigt wird, handelt es sich um einen häufigen Hinweis; das Aufnehmen kann in der Regel fortgesetzt werden. Die Hintergründe erklärt Akkus mit und ohne Chip.
- Schritt 3: Bei Meldungen wie „nicht erkannt“ oder „nicht verwendbar“ empfehlen wir, das Gehäuse auszuschalten, die Kontakte zu reinigen und den Akku erneut einzusetzen. Bleibt die Meldung, sollte der Service kontaktiert werden.
Schritt 3: Mit dem passenden Ladegerät normal voll laden
- Schritt 1: Prüfen, ob das Ladegerät für die NP-FZ100-Spezifikation freigegeben ist und Aufnahme wie Stecker ohne Spiel sitzen.
- Schritt 2: Akku einlegen und den Ladevorgang starten; eine leichte Erwärmung ist dabei normal.
- Schritt 3: Sobald die Anzeige auf „voll“ umschaltet, kann der Akku entnommen werden – ein Nachladen über mehrere Stunden ist nicht erforderlich.
- Schritt 4: Wird der Akku heiß oder tritt ein Geruch auf, empfehlen wir, sofort zu trennen und ihn nicht weiter zu verwenden.
Schritt 4: Die ersten Zyklen zur Kalibrierung nutzen
- Schritt 1: In den ersten zwei bis drei Einsätzen den Akku von voll bis zur Warnmeldung nutzen und danach wieder vollständig laden.
- Schritt 2: Dies dient nicht dem „Aktivieren“ der Zelle, sondern gibt dem Gehäuse eine Referenz für die Entladekurve.
- Schritt 3: Nach der Kalibrierung zum üblichen Nachladen zurückkehren und nicht bei jedem Einsatz bewusst leer laufen lassen.
Schritt 5: Prüfen, ob die Laufzeit den Erwartungen entspricht
- Schritt 1: Bei den gewohnten Einstellungen einmal die Anzahl der Aufnahmen oder die Dauer von voll bis zur Warnmeldung notieren.
- Schritt 2: Die offiziellen CIPA-Werte liegen je nach Modell im Bereich von etwa 500 bis 700 Aufnahmen; in der Praxis werden daraus üblicherweise 60 % bis 80 %, bei Video weniger.
- Schritt 3: Fällt der Wert deutlich ab, empfehlen wir, zunächst Temperatur und Einstellungen auszuschließen und danach eine Plausibilitätsprüfung der Kennwerte vorzunehmen.
Wie Akkus ab Werk ausgeliefert werden
Hersteller liefern Lithium-Ionen-Akkus in der Regel mit einem Teilladezustand aus, weil sich dieser Zustand für Transport und Lagerung als günstig erwiesen hat und den Vorschriften für den Gefahrgutversand entspricht. Daraus erklärt sich, warum ein neuer Akku nicht vollständig geladen ist: Das ist kein Zeichen für eine Fehlfunktion, sondern beabsichtigt. Ein gewisser Anteil der Kapazität kann zudem während einer längeren Lagerung verloren gehen, sodass der erste Ladevorgang unter Umständen etwas länger dauert als die folgenden. Wir empfehlen, den ersten Zyklus vollständig durchzuführen und die dabei erreichte Laufzeit als Ausgangswert für spätere Vergleiche zu notieren.
Warum sich die Zwölf-Stunden-Regel so lange gehalten hat
Sie ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern ein Überrest aus einer früheren Technikgeneration:
- Bei Nickel-Metallhydrid war sie berechtigt: Frühere Akkus zeigten einen Memory-Effekt, und eine lange Erhaltungsladung half, die verfügbare Kapazität auszuschöpfen.
- Frühere Ladegeräte regelten ungenau: Die Umschaltlogik arbeitete weniger präzise, längeres Laden galt als Absicherung.
- Für Lithium-Ionen gilt das nicht mehr: Akku und Ladegerät verfügen über einen Überladeschutz; ein langer Aufenthalt im vollen Zustand beschleunigt die Kapazitätsalterung eher, als dass er nutzt.
Was die Anzeige des Ladegeräts tatsächlich aussagt
Viele Ladegeräte signalisieren den Ladezustand über eine einfache Leuchtdiode, häufig mit rot für den Ladevorgang und grün für das Ladeende. Dabei wird in der Regel nicht der Punkt „vollständig gefüllt“ im physikalischen Sinn angezeigt, sondern der Übergang in die Erhaltungsphase: Der Strom wird reduziert, sobald die Ladeschlussspannung erreicht ist. Das Umschalten ist also ein Hinweis auf das Erreichen der Ladeschlussspannung und nicht auf eine exakte Ladungsmenge. Wir empfehlen, den Akku nach dem Umschalten zu entnehmen und die erreichte Laufzeit in der Praxis zu beurteilen, statt aus der Ladedauer auf die Kapazität zu schließen.
Drei Hinweise für den ersten Einsatz
- Nicht bewusst leer laufen lassen: Eine tiefe Entladung bringt dem Lithium-Ionen-Akku keinen Vorteil; bei der Warnmeldung nachladen.
- Nicht unbeaufsichtigt über Nacht laden: Nach dem Ladeende zu trennen ist die ruhigere Gewohnheit und erlaubt, eine ungewöhnliche Erwärmung rechtzeitig zu bemerken.
- Bei längerer Pause im Teilladezustand lagern: Etwa 40–60 % Ladezustand, Umgebung bei etwa 15–25 °C, trocken und schattig, Nachladen alle drei Monate – die Schrittfolge dazu in Akkus richtig lagern.
Wenn der Akku lange lag, bevor er erstmals genutzt wird
Wir empfehlen, zuerst den Lagerzustand zu bewerten und dann in den normalen Betrieb zu wechseln: Gehäuse auf Aufblähungen und Verformungen prüfen, Kontakte auf Oxidation. Ist die Ladung erkennbar niedrig, wird zunächst auf etwa die Hälfte geladen, statt direkt eine vollständige Entladung anzuschließen. Der vollständige Ablauf für Lagerung und Wiederaufnahme findet sich im Beitrag zur Lagerung von Kamera-Akkus. Ob ein Akku als defekt oder als gealtert einzustufen ist, lässt sich über den Abgleich von Zyklenzahl und Restkapazität einschätzen. Zeigt sich eine Aufblähung, empfehlen wir, den Akku nicht weiter zu verwenden und ihn über eine Sammelstelle zu entsorgen – nicht durchstechen und nicht verbrennen.
Häufige Fragen
Wie lange lädt ein neuer Akku?
Maßgeblich ist die Anzeige des Ladegeräts. Je nach Restladung und Ladestrom liegt die Dauer in der Größenordnung von ein bis zwei Stunden; ein zusätzliches Nachladen ist nicht vorgesehen.
Ist ein nicht vollständig geladener neuer Akku ein Mangel?
Nein. Akkus werden ab Werk mit einer Teilladung ausgeliefert, damit sie unmittelbar einsatzbereit sind; vollständig laden genügt.
Muss beim ersten Mal bis zur Abschaltautomatik fotografiert werden?
Nicht erforderlich. Vollständige Zyklen dienen der Kalibrierung des Gehäuses und genügen gelegentlich; im Alltag empfehlen wir das Nachladen nach Bedarf.
Kann während des Filmens geladen werden?
Einige Gehäuse lassen sich über ihren Anschluss speisen; Wirkungsgrad und Wärmeentwicklung sind dabei modellabhängig. Für längere Aufzeichnungen ist ein Dummy-Akku mit Netzteil die stabilere Lösung – auf übereinstimmende Spannung und Belegung achten.
Bei einem neuen Akku empfehlen wir die Reihenfolge „Erkennung prüfen, normal laden, erste Zyklen zur Kalibrierung nutzen“. Für Reserve und Wechselbetrieb stehen der YO NP-FZ100 kompatible Akku (2280 mAh / 7,2 V / etwa 16,4 Wh, etwa 16,36 €) sowie das Set mit zwei Akkus und Ladegerät für etwa 33,59 € bereit; die TNP-FZ100 (2400 mAh / etwa 17,3 Wh) eignet sich für Anwender mit hohem Videoanteil. Studios und Vermietungen mit Abnahmen ab 100 Stück nutzen bitte die Großhandelsanfrage.