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LP-E17, LP-E17H, LP-E12 und LP-E6: nicht austauschbar

Kurz gesagt: LP-E17, LP-E12 und LP-E6 sind drei völlig verschiedene Akkus. Die Spannungen liegen nah beieinander, doch Abmessungen, Kapazität und Verriegelung unterscheiden sich, ein Austausch ist nicht möglich. LP-E17H ist kein Canon-Modell, sondern die Bezeichnung von Drittanbietern für eine LP-E17 mit höherer Kapazität. Innerhalb der LP-E6-Familie (E6, E6N, E6NH, E6P) gibt es Abwärtskompatibilität, zwischen LP-E17 und LP-E12 existiert keine Adapterlösung.

Die Verwechslung entsteht, weil Canon in den kleinen Gehäusen zwei parallele Systeme führt: die LP-E17 mit 7.2V/1040mAh und die ältere LP-E12 mit 7.4V/875mAh. Die Außenmaße liegen so nah beieinander, dass Fotos kaum einen Unterschied zeigen – doch die Länge differiert um wenige Millimeter, und im Akkufach ist die Frage sofort geklärt.

Vier Akkus im direkten Vergleich

Modell Nennspannung Kapazität Abmessungen (ca.) Typische Gehäuse
LP-E17 7.2V 1040mAh / 7.5Wh 33 × 14 × 49.4 mm R50, R10, R8, RP, R100, 850D, 800D, 200D II, M6 II
LP-E12 7.4V 875mAh kürzer als die LP-E17 M50, M50 II, M100, M200, M10, M2, M, 100D
LP-E6 / E6N / E6NH / E6P 7.2V 1800-2130mAh deutlich breiter und höher 5D-Reihe, 6D-Reihe, 7D II, 90D, R, R5, R6, R7
LP-E17H 7.2V meist mit 1100-1300mAh angegeben wie LP-E17 wie LP-E17, abhängig von der Erkennung im Gehäuse

Aus der Tabelle geht der entscheidende Punkt hervor: Alle Spannungen liegen zwischen 7.2 und 7.4V – genau daraus entsteht der Eindruck, sie seien austauschbar. Bei Lithium-Ionen-Akkus zählt aber nicht nur die Spannung. Stimmen Kontaktlage, Verriegelungsform oder Kommunikationsprotokoll nicht überein, lässt sich der Akku entweder nicht einsetzen oder er arbeitet nicht.

Was LP-E17H tatsächlich ist

In der Akku-Übersicht von Canon findet sich kein Modell LP-E17H. Der Name erscheint in Händlertiteln und in Datenblättern kompatibler Akkus und bezeichnet meist zweierlei: eine Zelle mit höherer Kapazität als die Standardversion und eine vollständige Dekodierung, die im Gehäuse eine korrekte Ladestandsanzeige erlaubt. Das H folgt der Namensgewohnheit des Herstellers; einen gemeinsamen Standard gibt es nicht.

Daraus folgen zwei Dinge. Erstens können sich die Kapazitäten verschiedener Marken deutlich unterscheiden – ein Akku mit der Angabe 1300mAh liefert unter Umständen nur 1000mAh. Wh-Angaben und Erfahrungsberichte sagen hier mehr als die große Zahl auf dem Etikett. Zweitens sind LP-E17H und LP-E17 physikalisch vollständig kompatibel: gleiche Gehäuse, gleiche Ladegeräte – vorausgesetzt, die Verarbeitung stimmt.

Wer nur einen Ersatzakku braucht, ist mit einer klar gekennzeichneten LP-E17 in der Standardstufe gut bedient. Steht die Laufzeit im Vordergrund, kommt eine Version mit höherer Kapazität infrage – dann aber mit dem Aufpreis bei Gewicht und Preis.

Warum sich die Akkus nicht mischen lassen

Die Passung ist eine harte Grenze. Die LP-E12 ist kürzer als die LP-E17, und die Verriegelung sitzt an anderer Stelle. Eine LP-E17 in eine M50 zu schieben endet auf halbem Weg; eine LP-E12 im R50 erreicht die Kontakte nicht, und das Gehäuse meldet einen Fehler. Die LP-E6 ist voluminöser und passt nicht einmal in das Fach. Mit mehr Kraft lässt sich keines dieser Probleme lösen.

Umbauten sind riskant. Im Netz kursieren Anleitungen, die Verriegelung abzufeilen, damit Akkus austauschbar werden. Ein Lithium-Ionen-Akku ohne Gehäuseschutz und ohne korrekte Temperaturüberwachung kann im geschlossenen Kameragehäuse einen Kurzschluss erleiden oder überhitzen – die Folgen reichen weit über einen Akkuwechsel hinaus. Erschwerend kommt hinzu, dass das Gehäuse die Akkutemperatur über einen eigenen Kontakt liest; nach dem Umbau entfällt dieser Schutz praktisch. Bei Serienaufnahmen im Sommer oder langen Aufnahmen ist das besonders kritisch. Der Nutzen steht in keinem Verhältnis zum Risiko.

Auch die Ladegeräte sind nicht austauschbar. Das LC-E17C liefert 8.4V/700mA, das LC-E12C 8.4V/540mA, und das LC-E6E folgt einer weiteren Ladekennlinie. Ein falsches Ladegerät führt im günstigen Fall zu unvollständiger Ladung und auffälliger Ladeanzeige, im ungünstigen Fall zu Überstrom und Schäden an der Zelle. Bewirbt ein Mehrschacht-Ladegerät von Drittanbietern mehrere Modelle, sollte man prüfen, ob es die Schächte modellabhängig regelt und nicht alle aus einer Versorgung speist.

So finden Sie schnell den richtigen Akku

  1. Prüfen Sie das Etikett an der Innenseite der Akkufachklappe – Canon druckt das Modell meist direkt auf.
  2. Sehen Sie auf den Aufdruck der Rückseite des Originalakkus: Modell, Spannung und Kapazität stehen dort in drei Zeilen.
  3. Schließen Sie vom Gehäusemodell zurück: In der R-Serie verwenden R50, R10, R8, RP und R100 die LP-E17, ab der R7 die LP-E6.
  4. Bei der M-Serie ist Vorsicht geboten: M3, M5, M6 und M6 II nutzen die LP-E17, die M50-Reihe sowie M100 und M200 die LP-E12.

Nach diesen vier Schritten ist ein Fehlkauf unwahrscheinlich. Die Kapazitätsstufen und kompatiblen Gehäuse der LP-E17 finden Sie im LP-E17-Ratgeber; wer zusätzlich ein großes Gehäuse besitzt, findet die vier Generationen der LP-E6 im LP-E6-Ratgeber. Kompaktkameranutzer bewegen sich in einem anderen System – siehe NB-13L-Akku.

Häufige Fragen

Lassen sich LP-E17 und LP-E17H am selben Ladegerät laden?

Ja. Beide haben gleiche Abmessungen und Kontakte, ein LC-E17C oder ein passendes kompatibles Ladegerät lädt beide. Wichtig ist nur, kein Ladegerät für die LP-E12 zu verwenden: Ausgangsstrom und Ladekennlinie weichen ab, was der Zelle auf Dauer schadet.

Reicht die gleiche Spannung für Austauschbarkeit?

Nein. Die Spannung ist nur einer von vielen Parametern. Ein Lithium-Ionen-Akku braucht zusätzlich passende Kontaktbelegung, einen Temperatursensor und ein Kommunikationsprotokoll, damit das Gehäuse Ladestand und Temperatur korrekt auslesen kann. Fehlt etwas davon, bleibt im besten Fall die Restanzeige aus, im schlechteren verweigert die Kamera den Start.

Passt eine LP-E17 in die 5D-Reihe?

Nein. Die 5D-Reihe verwendet die LP-E6-Familie, mit völlig anderen Fachmaßen und Kontakten. Umgekehrt passt eine LP-E6 nicht in ein kleines Gehäuse wie die R50. Die Kapazitäten unterscheiden sich um mehr als das Doppelte; die Auslegung ist von Anfang an eine andere.

Lässt sich ein falsch gekaufter Akku noch retten?

Eine sichere Adapterlösung gibt es nicht. Ungeöffnete Akkus lassen sich umtauschen; geöffnete kann man behalten oder an Nutzer des passenden Gehäuses weitergeben. Versuchen Sie nicht, Kabel zu ändern, Kontakte abzufeilen oder selbst zu bauen – der Nutzen steht in keinem Verhältnis zum Risiko.

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