Kurz gesagt: Der NP-BX1 ist der Standardakku der Sony-Kompaktreihe, spezifiziert mit 3,6V / 1240mAh und rund 4,5Wh; von der ersten RX100 von 2012 bis zur RX100 VII nutzen ihn auch ZV-1, ZV-1 II, ZV-1F, die RX1-Reihe, HX90/HX90V und WX500. 4,5Wh sind heute eine sehr kleine Kapazität; die offiziellen CIPA-Werte liegen meist zwischen 220 und 330 Bildern, für Reisen ist eine Schätzung um 250 Bilder realistisch. Da die Gehäuse USB-Ladung unterstützen, reichen den meisten zwei Akkus plus eine Powerbank.
1. Spezifikation und Passung: ein Akku für die ganze Kompaktlinie
Der NP-BX1 ist etwa so groß wie zwei übereinandergelegte Kaugummistreifen und sehr leicht – eine Voraussetzung dafür, dass die Kompaktkameras ins Hosentaschenformat passen. Der Preis dafür ist die kleine Kapazität: 4,5Wh entsprechen etwa einem Drittel eines heutigen Smartphone-Akkus.
| Produktlinie | Wichtige Modelle | Anmerkung |
|---|---|---|
| RX100-Reihe | RX100, II, III, IV, V, VA, VI, VII | alle sieben Generationen, kein Akkuwechsel über die Generationen |
| ZV-Reihe | ZV-1, ZV-1 II, ZV-1F | Vlog-Modelle, höherer Verbrauch als RX100 |
| RX1-Reihe | RX1, RX1R, RX1R II | Vollformat mit Festobjektiv |
| HX / WX-Reihe | HX90, HX90V, HX80, HX60, HX50, HX30, WX500, WX350 | kompakte Superzoom-Modelle |
| Actionkameras | HDR-AS50, FDR-X1000V u. a. | bei einigen Modellen im Einsatz |
Zu beachten ist eine zweite, ähnlich aussehende Linie von Sony: NP-BN / NP-BN1 für frühe TX- und WX-Modelle ist nicht kompatibel. Vor dem Kauf prüfen, ob im Akkufach oder in der Anleitung BX1 steht, und nicht nach dem Motto bestellen, es seien ohnehin alles kleine schwarze Akkus.
2. Wie viel 4,5Wh wirklich hergeben
Die offiziellen CIPA-Werte dienen als Obergrenze: RX100-Reihe meist 250-330 Bilder, ZV-1 etwa 260. In der Praxis liegt es niedriger, weil die typische Nutzung ein Wechsel aus Einschalten, Motiv suchen, Auslösen und Ausschalten ist und jedes Einschalten Objektivausfahren und Systemstart kostet.
- Fotografie: in den meisten Situationen 200-280 Bilder, beim Bummeln mit häufiger Wiedergabe eher 180.
- 4K-Video: RX100 VII und ZV-1 stoppen wegen der Wärmeabfuhr meist nach 5-20 Minuten pro Clip; der Akku ist dann nicht der begrenzende Faktor. Insgesamt sind etwa 45-70 Minuten Daueraufnahme möglich.
- Vlog vor der Kamera: ZV-1 mit aktivem Schwenkdisplay, Stabilisierung und externem Mikrofon braucht nach etwa einer Stunde einen Wechsel.
- Niedrige Temperaturen: unter 0 °C entlädt der Akku deutlich schneller, bei -10 °C bleiben unter Umständen nur 60 bis 70 % der Kapazität. Ausführlichere Daten dazu stehen im Kältetest bei -10 °C; der Mechanismus gilt für alle Lithium-Ionen-Akkus.
Das Fazit ist einfach: Bis etwa 200 Bilder pro Tag reicht einer; auf Reisen mit ganztägigem Unterwegssein sind zwei die Untergrenze, drei beruhigen. Praktisch ist der Akku so klein, dass auch drei kaum Platz beanspruchen.
3. RX100 und ZV-1: gleicher Akku, anderer Verbrauch
Obwohl der Akku identisch ist, unterscheiden sich die Verbrauchsprofile der beiden Gehäusetypen deutlich – das beeinflusst direkt, wie viele Sie mitnehmen.
RX100-Reihe
Von der ersten bis zur siebten Generation sind viele Funktionen hinzugekommen – ausfahrbarer Sucher, größerer Zoombereich, leistungsfähigere Prozessoren –, der Akku blieb gleich. Die Folge: Je neuer das Modell, desto knapper die Laufzeit. Das 24-200mm-Zoomobjektiv der RX100 VII zieht beim Zoomen spürbar Strom, häufiges Nachführen entlädt schneller. Ältere Modelle wie die RX100 III sind dagegen genügsamer.
ZV-1-Reihe
Die ZV-1 ist auf Vlogging ausgerichtet: Schwenkdisplay dauerhaft an, Gehäusestabilisierung aktiv, oft ein externes Mikrofon – der Verbrauch liegt deutlich über dem der RX100. Der CIPA-Wert nennt nur etwa 260 Bilder, bei Videoaufnahmen fällt es stärker auf. Die ZV-1 II hat ein weiteres Objektiv bekommen, das Laufzeitniveau bleibt in etwa gleich.
Beide Gehäusetypen unterstützen USB-Versorgung, doch beim gleichzeitigen Laden und Aufnehmen kommt die Ladung dem Verbrauch oft nicht nach und verzögert nur die Entladung. Für wirklich lange Aufnahmen ist eine externe Stromversorgung bequemer als drei Akkus im Wechsel; Dummy-Akku-Lösungen sind bei der Kompaktlinie allerdings weniger ausgereift als bei Systemkameras – beim Kauf prüfen, ob sie sich auf das konkrete Modell beziehen.
4. Kaufentscheidung: Original, Drittanbieter oder USB-C-Version
Die Preisspanne des BX1 ist breit. Die Unterschiede liegen nicht im Gehäuse, sondern in Zelle und Schutzplatine. Sinnvoll ist diese Reihenfolge:
- Sind die Angaben ehrlich? 4,5Wh sind die physikalische Obergrenze dieses Akkus; Nennwerte über 2000mAh sind unrealistisch.
- Gibt es Kommunikationskontakte? Manche Gehäuse prüfen die Kommunikation; fehlt sie, erscheint unter Umständen der Hinweis auf einen Nicht-Original-Akku, oder der Restprozentwert wird nicht angezeigt.
- Mit oder ohne USB-C-Buchse? Diese Varianten lassen sich mit einem Smartphone-Kabel laden, was das Tischladegerät erspart und auf Reisen praktisch ist. Der Nachteil: Eine zusätzliche Öffnung senkt die Wasserfestigkeit etwas.
- Zykluslebensdauer: Der BX1 hat wenig Kapazität, bei gleichem Pensum also mehr Zyklen als ein großer Akku; nach zwei bis drei Jahren ist die Alterung deutlicher – das ist normal.
- Stückzahl vor Stückpreis: Zwei einfache Drittanbieterakkus sind oft praktischer als ein teures Original, denn der eigentliche Engpass ist, dass sich ein leerer Akku vor Ort nicht ersetzen lässt.
Der NP-BX1 von YO gehört zu den Typen mit ehrlichen Angaben und zurückhaltendem Preis und eignet sich als Ergänzung zum Original. Er jagt keine überzogenen Kapazitätszahlen; die tatsächliche Laufzeit entspricht der Angabe weitgehend – bei einem 4,5-Wh-Akku ist das aussagekräftiger als 2000mAh auf dem Etikett. Weitere Akkus und Lösungen für Kompaktmodelle finden Sie auf der Kategorieseite zu NP-BX1.
Zum Schluss ein praktischer Rat: Unabhängig vom Typ nach dem Kauf einmal vollständig laden und entladen und die tatsächliche Bildzahl notieren. Mit einem eigenen Referenzwert lässt sich später beurteilen, ob ein Akku nachlässt – ohne Bauchgefühl.
Häufige Fragen
Nutzen alle sieben RX100-Generationen denselben Akku?
Ja. Von der RX100 von 2012 bis zur RX100 VII von 2019 hat Sony den Akkutyp nicht gewechselt, alle verwenden den NP-BX1. Das ist auch der Grund für die große Verbreitung des BX1 auf dem Gebrauchtmarkt.
Kann die ZV-1 den Akku der RX100 verwenden?
Ja. ZV-1, ZV-1 II und ZV-1F nutzen den NP-BX1 und sind mit der RX100-Reihe vollständig kompatibel. Nur Akku und Ladegerät nicht verwechseln – Tischladegeräte und USB-Ladung im Gehäuse sind ebenfalls kompatibel.
Meldet die Kamera bei einem Drittanbieter-BX1 einen inkompatiblen Akku?
Bei manchen Modellen ja. Meist lässt sich weiterhin normal fotografieren, nur der genaue Prozentwert fehlt oder es erscheint ein Hinweis. Beim Kauf Typen bevorzugen, die ausdrücklich für RX100 VII und ZV-1 ausgewiesen sind; die Kompatibilität ist dann meist besser.
Lässt sich ein aufgeblähter BX1 noch verwenden?
Nein. Bei so kleiner Kapazität drückt ein gewölbter Akku beim Einsetzen gegen die Fachwand – das Risiko ist unmittelbarer als bei großen Akkus. Außer Betrieb nehmen, isoliert lagern und bei einer Rücknahmestelle abgeben; nicht versuchen, ihn flach zu drücken oder weiter zu laden.