Kurz gesagt: In 5D Mark III, 6D und 7D Mark II lässt sich ein erweiterter LP-E6+ in den meisten Fällen normal verwenden, weil der durchschnittliche Verbrauch dieser drei Gehäuse nicht hoch ist. Das eigentliche Problem ist nicht das Einschalten, sondern Situationen mit hohem Momentanstrom – schnelle Serien, Rauschunterdrückung nach Langzeitbelichtung, Videoaufzeichnung im Live-View. Bei erhöhtem Innenwiderstand bricht zuerst die Spannung ein: sichtbar als springende Anzeige, als Abbruch mitten in der Serie oder als plötzliche Abschaltung bei noch zwei Balken. Anders gesagt: Ältere Gehäuse reagieren wenig auf Kapazität, aber deutlich auf Entladestabilität.
Die Verbrauchsprofile der drei Kameras unterscheiden sich, deshalb kann derselbe Akku sich in allen drei unterschiedlich verhalten. Dazu im Einzelnen.
Der Strombedarf älterer Gehäuse ist tatsächlich niedrig
Eine DSLR arbeitet mit optischem Sucher; ohne Live-View sind Sensor und Display praktisch außer Betrieb, der Bereitschaftsverbrauch ist niedrig. Der Strombedarf von 5D Mark III, 6D und 7D Mark II im Alltag liegt weit unter dem einer spiegellosen Kamera wie der EOS R5. Das bedeutet:
- Ein gesunder Akku mittlerer Kapazität trägt mehrere hundert bis über tausend Standaufnahmen.
- Der Nutzen zusätzlicher Kapazität fällt an einer DSLR geringer aus als an einer Spiegellosen.
- Dafür wirken Innenwiderstand, oxidierte Kontakte und Kälte deutlich stärker auf die Stabilität.
Bei der Auswahl eines LP-E6+ für ein älteres Gehäuse sollte es deshalb nicht um „200mAh mehr Kapazität“ gehen, sondern um die Frage, ob dieser Akku die Spannung in Lastspitzen halten kann.
Die Lastunterschiede der drei Gehäuse
| Gehäuse | Verbrauchsmerkmal | Hauptrisiko mit LP-E6+ |
|---|---|---|
| 5D Mark III | Vollformat mit 22.3 Megapixeln, Serie mit 6fps, zwei Kartenslots | Gleichzeitiges Schreiben auf zwei Karten plus Serie ergibt höheren Momentanstrom, Einbrüche fallen eher auf |
| 6D | Einsteiger-Vollformat, Serie mit etwa 4.5fps, ein Kartenslot | Geringste Last, größte Toleranz gegenüber dem Akku, Probleme zeigen sich meist bei Erkennung und Anzeige |
| 7D Mark II | APS-C-Speedmodell, Serie mit 10fps, zwei Kartenslots | Hohe Serienbildrate und Nachführ-AF ziehen konzentriert Strom – das anspruchsvollste der drei Gehäuse |
Die 7D Mark II verlangt von allen drei die sorgfältigste Akkuwahl: 10fps Serie plus Schreiben auf zwei Karten ergeben einen deutlich höheren Momentanstrombedarf als bei den anderen. Wer überwiegend Sport oder Wildtiere in durchgehenden schnellen Sequenzen fotografiert, spürt den Einfluss des Innenwiderstands stärker.
Wie sich ein Spannungseinbruch zeigt
Abbruch oder Einbruch der Bildrate in der Serie
Spiegel und Verschluss sind mechanische Lasten, in Serien wird Strom konzentriert entnommen. Bei erhöhtem Innenwiderstand sinkt die Spannung kurzzeitig ab, und die Schutzlogik des Gehäuses drosselt oder pausiert. Das Ergebnis: „Es ist noch Strom da, aber die Serie wird plötzlich langsamer.“
Abschaltung während einer Langzeitbelichtung
Die Belichtung selbst braucht wenig Strom, die Rauschunterdrückung danach verlangt jedoch dauerhafte Versorgung. Ist der Akku schon in der Endphase, wird hier am ehesten abgeschaltet und das ganze Bild ist verloren. Deshalb sollte man bei Langzeitbelichtungen den Akku wechseln, solange noch über die Hälfte vorhanden ist.
Aussetzer im Live-View oder bei Videoaufzeichnung
Mit aktivem Live-View nähert sich das Verbrauchsprofil einer DSLR dem einer Spiegellosen: Sensor dauerhaft an, Display dauerhaft hell, eventuell arbeitet ein Stabilisierungsobjektiv mit. Jetzt wird die Dauerstromabgabe wichtig, und ein schwacher Akku beendet die Aufzeichnung von selbst.
Springende Ladestandsanzeige
Das ist die häufigste und harmloseste Erscheinung. Ältere Gehäuse schätzen den Ladestand über die Spannung; passt das nicht zur Entladekurve des Drittanbieter-Akkus, springt die Anzeige „von drei Balken auf einen“. Die Aufnahme leidet nicht, Ihre Entscheidung zum Akkuwechsel schon.
Wann das Original zurück auf den Hauptplatz gehört
Der LP-E6+ ist nicht unbrauchbar, er hat Grenzen. In den folgenden Fällen sollte ein Originalakku auf den Hauptplatz:
- Kommerzielle Produktionen oder nicht wiederholbare Termine. Hochzeit, Wettkampf, Nachrichteneinsatz: Ein Akkuproblem kostet weit mehr als der Preisunterschied.
- Kälte. Niedrige Temperaturen erhöhen den Innenwiderstand ohnehin, dazu kommen die Konsistenzunterschiede der Drittanbieter – der Einbruch kommt schneller und plötzlicher.
- Hochintensive, durchgehende schnelle Serien. Besonders für Nutzer der 7D Mark II ist das Original auf dem Hauptplatz die stabilere Wahl.
- Akku seit über zwei Jahren in Gebrauch. Ob Original oder Drittanbieter: Mit steigender Zyklenzahl steigt der Innenwiderstand, dann ist ein Wechsel sinnvoller als weiteres Hinhalten.
Als Ergänzung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des LP-E6+ tragfähig. Marken wie YO bieten in der Hundert-Yuan-Klasse eine brauchbare Alternative – geeignet als „dritter, vierter“ Akku zur Redundanz, nicht als einzige Abhängigkeit.
Praktische Details für mehr Stabilität
- Kontakte reinigen: Akkufach und Akkukontakte mit Radiergummi oder einem Wattestäbchen mit reinem Alkohol leicht abwischen – Oxidschichten sind eine unsichtbare Ursache für Spannungsabfall.
- Akkus nicht in der prallen Sonne in der Tasche lassen: Hitze beschleunigt den Anstieg des Innenwiderstands, im Sommer besonders im Auto.
- Bei langer Lagerung halb voll halten: Lagerung bei Voll- oder Leerladung beschleunigt die Alterung.
- Nach Kapazität gruppiert einsetzen: Ältere Gehäuse reagieren wenig auf Kapazität, aber empfindlich auf „alt und neu gemischt“ – nutzen Sie nach Möglichkeit Akkus derselben Charge in einer Session.
Wer noch mit einer früheren 5D Mark II oder 60D arbeitet, findet dort eine konservativere Kompatibilität; die Hinweise stehen in der Kategorie LP-E6 Basismodelle. Den vollständigen Vergleich der drei offiziellen Generationen zeigt die Kategorieseite LP-E6NH.
Häufige Fragen
Meldet die 5D Mark III mit einem LP-E6+ eine fehlende Kommunikation?
Möglich, das hängt vom Erkennungschip des Produkts und der Firmware des Gehäuses ab. Bei einer solchen Meldung lässt sich meist trotzdem fotografieren, nur die Ladestandsanzeige fehlt. Tritt das häufig auf, wechseln Sie zu einer Marke mit stabilerer Erkennung oder zum Originalakku.
Wie viel länger hält die 6D mit einem LP-E6+ durch?
Die 6D hat ohnehin niedrigen Verbrauch, der Zusatznutzen zusätzlicher Kapazität bleibt begrenzt. Statt den Akku zu tauschen, helfen weniger Wiedergabe, deaktivierte Funkverbindungen und kürzere Live-View-Phasen direkter.
Ist der schnelle Stromverlust der 7D Mark II in Serien ein Akku- oder ein Gehäuseproblem?
Tauschen Sie zuerst gegen einen bekannt gesunden Originalakku und vergleichen Sie. Verschwindet das Symptom, liegt es am Innenwiderstand des Akkus; bleibt es, kommen oxidierte Kontakte am Gehäuse oder ein schlechter Sitz im Akkufach infrage.
Lohnt sich für ältere Gehäuse die Version mit 2130mAh?
Besser als keine, aber nicht entscheidend. Ältere Gehäuse achten mehr auf Entladestabilität und Erkennungssicherheit; solange die Kapazität das Niveau von 1800mAh nicht unterschreitet, sind die Unterschiede im Alltag gering.