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„950mAh in 200D II und 850D: Verbrauch im Vergleich“

Kurz gesagt: Mit demselben 950mAh LP-E17 ist die nutzbare Zeit in der 850D meist ein bis zwei Zehntel kürzer als in der 200D II, doch den eigentlichen Unterschied macht die Sucherart, nicht das Gehäuse. Zunächst ein oft verwechselter Punkt: Die EOS 200D II und die EOS 850D sind beide Spiegelreflexkameras, es handelt sich also nicht um einen Vergleich „DSLR gegen DSLM“. Beide nutzen denselben Akku und dieselbe Prozessorgeneration; unterschiedlich sind Positionierung und Ausstattung.

Diese Voraussetzung ist wichtig, weil viele Laufzeitdiskussionen „Spiegelreflex ist sparsam“ als Ergebnis behandeln. Tatsächlich gilt der Vorteil nur, solange man den optischen Sucher nutzt. Sobald auf Live-View am Display umgeschaltet wird, unterscheidet sich der Verbrauch einer DSLR nicht mehr grundsätzlich von dem einer DSLM.

Beide sind DSLRs, der Unterschied liegt in der Klasse

Die 200D II ist ein leichtes Einsteigergehäuse: klein, leicht, mit einem einfacheren 9-Punkt-Autofokus, mittlerer Serienbildrate und schmaler Griffform. Die 850D liegt eine halbe Klasse darüber, mit 45 Kreuzsensoren, höherer Serienbildrate, größerem und hellerem Sucher sowie einem kräftigeren Gehäuse.

Diese Aufwertungen schlagen sich im Verbrauch nieder. Mehr Messpunkte bedeuten mehr Rechenaufwand für Messung und Fokussierung, eine höhere Serienbildrate mehr Bewegungen von Verschluss und Spiegel, ein größerer Sucher kostet optisch keine Energie, wohl aber die Einblendung zusätzlicher Informationen. Einzeln ist jeder Posten klein, in der Summe ergeben sie ein bis zwei Zehntel.

Wichtig: Dieser Abstand bedeutet nicht, dass die 850D schlechter ist, weil sie mehr verbraucht, sondern er ist der normale Preis für mehr Leistung. Wer eine 850D kauft, braucht den stärkeren Autofokus und die höhere Serienbildrate; eine etwas kürzere Laufzeit liegt im Rahmen des Erwartbaren.

Die Sucherart ist die eigentliche Trennlinie

Dass eine DSLR den Eindruck erweckt, mit einem Akku sehr lange auszukommen, liegt daran, dass bei optischem Sucher der Sensor ruht und das Display dunkel bleibt. Der Verbrauch kommt dann vor allem von Messung, AF-Modul und etwas Schaltungstechnik und bleibt niedrig. In diesem Modus hält eine 950mAh länger durch, als die meisten erwarten.

Sobald jedoch Live-View aktiviert wird — für Video, für Aufnahmen aus niedriger Perspektive, für Selbstporträts mit Klappdisplay —, liest der Sensor kontinuierlich aus und das Display verbraucht Strom; die Verbrauchskurve steigt sofort. In diesem Moment wächst auch der Abstand zwischen 200D II und 850D, weil die Lastverteilung dann eher einer DSLM entspricht.

Nutzungsart relativer Verbrauch 200D II relativer Verbrauch 850D
Optischer Sucher, Einzelaufnahmen niedrig niedrig, etwas über 200D II
Live-View am Display, stehende Motive mittel mittel bis hoch
Serienaufnahmen (hohe Rate) mittel höher
4K-Videoaufnahme hoch hoch, mit Wärmeentwicklung
Outdoor bei Kälte nutzbare Kapazität sinkt nutzbare Kapazität sinkt, deutlicher

Die Tabelle zeigt relative Größenordnungen, keine absoluten Laufzeiten. Am selben Gehäuse kann der Unterschied zwischen minimaler und maximaler Displayhelligkeit oder zwischen ausgeschaltetem und eingeschaltetem WLAN so groß sein wie ein Gehäusewechsel. Wer über Laufzeit spricht, muss daher zuerst die Nutzungsbedingungen angleichen, sonst ist der Vergleich wenig aussagekräftig.

Was 950mAh an beiden Gehäusen bedeutet

Die 950mAh ist die mittlere der drei Stufen von YO, rund 27% mehr als 750mAh und etwa ein Zehntel weniger als 1050mAh. An der 200D II reicht sie für den Großteil eines Tages mit statischen Motiven; an der 850D fällt der Unterschied bei überwiegend optischem Sucher kaum auf, während bei viel Live-View oder Serienaufnahmen die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels zwischendurch deutlich steigt.

Eine praktische Faustregel ist der Anteil der Sucherarbeit. Wer mehr als achtzig Prozent der Zeit optisch arbeitet, kommt auch an der 850D mit 950mAh aus; ist es umgekehrt, also achtzig Prozent am Display, sollte die Bestückung nach DSLM-Maßstab erfolgen — ein Akku mehr oder direkt eine größere Kapazitätsstufe.

Die Kälte ist einzurechnen. Draußen im Winter sinkt an beiden Gehäusen die nutzbare Kapazität, und bei der 850D ist die Reserve wegen des höheren Grundverbrauchs knapper. Dann hilft es mehr, den Ersatzakku am Körper zu tragen, als eine größere Stufe zu kaufen.

Für DSLMs gilt eine andere Rechnung

Wer eigentlich vergleichen will, ob DSLR oder DSLM sparsamer ist, sollte eine 200D II gegen eine LP-E17-DSLM wie die M6 Mark II oder die R50 stellen. Das Ergebnis ist recht klar: Eine DSLR mit überwiegend optischem Sucher ist bei statischen Motiven sparsamer, eine DSLM mit elektronischem Sucher hält bei gleicher Kapazität kürzer, oft um mehr als zwei Zehntel.

Der Grund ist einfach. Eine DSLM zeigt ab dem Einschalten ein Sucherbild, Sensor und Sucher arbeiten durchgehend, das ist eine dauerhafte Grundlast; eine DSLR geht erst beim Auslösen oder im Live-View in hohe Last. Dass eine 950mAh in einer DSLR ausdauernd und in einer DSLM durchschnittlich wirkt, liegt also nicht am Akku, sondern an der Arbeitsweise des Gehäuses.

Bei der Wahl der Kapazität nach Gehäuse helfen die Stufenempfehlungen im Leitfaden zu Kapazität und Eignung. Wer eine DSLM als Hauptkamera nutzt, ist mit der Stufe 1050mAh entspannter unterwegs, während 750mAh eher als leichte Ergänzung für DSLR-Nutzer passt.

Häufige Fragen

Nutzen 200D II und 850D denselben Akku?

Ja. Beide verwenden den LP-E17, beide Ladeschalen sind LC-E17, die Akkus lassen sich direkt tauschen. Deshalb mischen viele Nutzer zweier Gehäuse ihre Akkus; eine Kennzeichnung ist dann sinnvoll.

Warum fällt meine 850D viel schneller ab als die 200D II eines Bekannten?

Zuerst prüfen, ob die Nutzung vergleichbar ist. Arbeitet der andere überwiegend mit optischem Sucher und Einzelaufnahmen, während bei Ihnen viel Displayarbeit oder Serienaufnahmen anfallen, kann der Abstand doppelt so groß werden und geht über den Gehäuseunterschied hinaus. Danach Zustand und Temperatur der Akkus prüfen; alte Akkus verlieren bei Kälte deutlich.

Wie lange hält eine 950mAh in der 850D?

Eine einheitliche Zahl gibt es nicht. Sinnvoll ist die Aussage: Bei überwiegend optischem Sucher deckt sie etwa einen halben bis ganzen Tag statischer Aufnahmen ab; bei überwiegendem Live-View oder Video ist meist ein zweiter Akku nötig. Besser als fremde Zahlen zu übernehmen ist eine eigene Baseline unter gleichbleibenden Bedingungen.

Ist eine DSLR grundsätzlich sparsamer als eine DSLM?

Nur bei optischem Sucher. Mit aktivem Live-View arbeitet auch bei der DSLR der Sensor durchgehend, und der Verbrauch ähnelt dem einer DSLM. „Die DSLR ist sparsam“ heißt genauer: „Der optische Sucher ist sparsam“.

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