Die Antwort in zwei Sätzen: Auf die Zeit gerechnet verbraucht Video mehr als Serienaufnahmen; auf das einzelne Bild gerechnet ist die schnelle Serie am teuersten. Der Grund liegt im unterschiedlichen Mechanismus. Serienbilder bedeuten kurzzeitig hohe Leistung mit Pausen, Video bedeutet dauerhaft hohe Leistung ohne Pause. Ein NP-FZ100 mit 2280 mAh / 7,2 V / rund 16,4 Wh hält im reinen Bereitschaftsbetrieb sehr lange durch, bei 4K mit hoher Datenrate dagegen nur etwa 80 bis 130 Minuten. Die schnelle Serienaufnahme zieht zwar kurzzeitig hohen Strom, lässt sich aber unterbrechen, sodass der Tagesverbrauch unter dem einer durchgehenden Aufnahme bleiben kann.
Reihung der Aufnahmemodi nach Verbrauch
| Rang | Aufnahmemodus | Verbrauchsniveau | ungefähr pro Akku |
|---|---|---|---|
| 1 | 4K mit hoher Datenrate / hoher Bildrate | hoch | etwa 80–130 Minuten |
| 2 | 4K mit Standarddatenrate | hoch | etwa 100–150 Minuten |
| 3 | Full-HD-Aufnahme mit 1080p | mittel bis hoch | etwa 130–180 Minuten |
| 4 | schnelle Serie mit Nachführung | mittel bis hoch | etwa 2000–4000 Bilder |
| 5 | langsame Serie | mittel | etwa 600–900 Bilder |
| 6 | Einzelbild mit Nachführung | mittel | etwa 450–650 Bilder |
| 7 | Einzelbild mit Einzelfokus über den Sucher | mittel bis niedrig | etwa 500–700 Bilder |
| 8 | Wiedergabe und Menübedienung | niedrig | mehrere Stunden |
| 9 | Bereitschaft / Ruhezustand | sehr niedrig | mehrere Dutzend Stunden |
Die Werte gelten für Raumtemperatur und gemischte Bedienung. Sie schwanken mit Sensorauflösung, Prozessorgeneration, Datenrate und den Bedingungen der Wärmeabfuhr und dienen ausschließlich der Einordnung von Größenordnungen und der Zusammenstellung der Ausrüstung.
Die Reihung lässt sich nicht eins zu eins in eine Planung übersetzen, weil die Modi im Alltag gemischt auftreten. Ein Reportagetermin enthält meist Phasen mit Einzelbildern, einige Serien und kurze Videoclips. Für die Ausstattung zählt deshalb der Anteil der teuren Modi am Tag: Schon dreißig Minuten 4K entsprechen energetisch einem erheblichen Teil eines Akkus, während mehrere hundert Einzelbilder daneben kaum ins Gewicht fallen.
Warum Videoaufnahmen den Dauerbedarf dominieren
Bei einer Aufnahme laufen mehrere Verbraucher gleichzeitig und über lange Zeit: Der Sensor liefert kontinuierlich Daten, der Bildprozessor kodiert unter hoher Last, die Speicherkarte wird fortlaufend beschrieben, und mit steigender Gehäusetemperatur erhöht sich der Eigenbedarf zusätzlich. Beim Fotografieren fällt die hohe Leistung dagegen nur im Moment des Auslösens an, danach können weite Teile der Elektronik herunterregeln.
- Auflösung und Datenrate: Höhere Datenrate und aufwendigere Farbabtastung vergrößern die Last des Kodierers, 4K mit hoher Datenrate liegt deshalb klar über 1080p.
- Bildrate: Höhere Bildraten wie 60p verarbeiten pro Zeiteinheit mehr Daten und verbrauchen mehr als dieselbe Auflösung mit niedriger Bildrate.
- Wärmeabfuhr: Mit steigender Temperatur nimmt der Leistungsbedarf weiter zu; im Sommer im Freien wird die Temperaturabschaltung entsprechend schneller erreicht.
- Stabilisierung und Autofokus: Beides läuft während der Aufnahme weiter und legt sich auf die Last des Kodierens obenauf.
Wer über längere Zeit aufzeichnet, sollte deshalb eher über externe Energie nachdenken als über eine größere Zahl an Akkus; die passenden Konzepte beschreibt der Beitrag zu Dummy-Akku und Netzteil.
Daraus folgt eine praktische Konsequenz für die Planung: Bei reiner Videoarbeit reicht es nicht, die Aufnahmedauer auf die Akkukapazität umzurechnen, denn Abschaltautomatik durch Temperatur oder die Begrenzung der Dateigröße können das Ende früher herbeiführen. Wer einen Termin nicht unterbrechen kann, plant deshalb von Beginn an mit externer Versorgung und betrachtet die Akkus nur als Reserve.
Serienaufnahmen: hohe Spitze, aber mit Pausen
In der schnellen Serie arbeiten Verschluss, Fokusmotor, Sensorauslesung und Zwischenspeicher gleichzeitig am Limit; der Momentanstrom liegt nahe am Niveau einer Videoaufnahme oder darüber. Entscheidend ist jedoch die Dauer der Belastung:
- kurze Serien von ein bis zwei Sekunden, über den Tag verteilt mehrfach: der Gesamtverbrauch bleibt begrenzt und fällt bei der Laufzeit kaum auf;
- lange Serien mit Nachführung bei Sport, Vögeln oder Motorsport, mit mehreren Durchgängen von zehn Sekunden und mehr: der Verbrauch nähert sich dem von Video, ein Akku ist dann schnell leer;
- mechanischer oder elektronischer Verschluss: Der elektronische Verschluss ohne mechanischen Ablauf liegt im Verbrauch meist etwas niedriger, dafür sind Verzerrungen durch den Rolling-Shutter-Effekt abzuwägen;
- Schreiben des Zwischenspeichers: Nach dem Ende einer Serie schreibt das Gehäuse weiter auf die Karte – in dieser Phase weder ausschalten noch den Akku entnehmen.
Bei Serienaufnahmen mit Nachführung ist außerdem der Zwischenspeicher zu beachten: Ist er gefüllt, sinkt die Bildrate, während die Elektronik weiterarbeitet. In dieser Phase entstehen keine zusätzlichen Bilder, die Energie wird aber weiter verbraucht. Kürzere Durchgänge mit Pausen zum Schreiben sind deshalb nicht nur für die Karte, sondern auch für den Energiehaushalt günstiger.
Wie viele Akkus je Schwerpunkt
| Schwerpunkt | Bedarf pro Tag (ca.) | empfohlene Ausstattung |
|---|---|---|
| Porträt und Straßenfotografie, überwiegend Einzelbilder | 1–2 Akkus | 3–4 Akkus |
| Hochzeit und Veranstaltungen, gemischt | 3–5 Akkus | 5–7 Akkus |
| Sport und Tierfotografie mit vielen Serien | 4–6 Akkus | 6–8 Akkus |
| videorientiert, abschnittsweise Aufnahme | 4–6 Akkus | 6–8 Akkus plus Powerbank |
| Streaming und Langzeitaufnahme | ohne feste Grenze | externe Speisung plus 2 Akkus Reserve |
Wenn an einem Tag sowohl Serien als auch Video vorkommen, dient der höhere der beiden Werte als Grundlage, darauf kommen ein bis zwei Akkus Reserve. Für gemischte Abläufe wie eine Hochzeitsreportage bietet die Planung für den Hochzeitstag eine ausgearbeitete Aufteilung.
Verbrauch in den einzelnen Modi senken
- Fotomodus: Über den Sucher komponieren, automatische Wiedergabe abschalten, bei statischen Motiven den Einzelfokus verwenden – zusammen etwa 20 bis 35 Prozent, siehe die Checkliste der Stromspareinstellungen.
- Videomodus: Funk und Ortsaufzeichnung abschalten, Displayhelligkeit reduzieren, direkte Sonne vermeiden. Der Ertrag stammt hier überwiegend aus geringerer Wärmeentwicklung, nicht aus einer kleineren Kodierlast.
- Serienmodus: Serien kürzer halten, zwischen den Durchgängen die Kamera in den Ruhezustand gehen lassen, gegebenenfalls den elektronischen Verschluss nutzen.
- allgemein: Bei Kälte Ersatzakkus körpernah tragen und im Wechsel verwenden, außerdem nicht bis zur automatischen Abschaltung warten.
Ein oft übersehener Punkt dabei ist die Disziplin beim Wechseln: Wer konsequent tauscht, sobald der letzte Rest angezeigt wird, verliert keine Aufnahme und belastet die Zelle weniger stark als jemand, der jeden Akku bis zur Abschaltautomatik leert.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Akku bei schnellen Serien und bei 4K?
Bei 4K-Aufnahmen liegt die Größenordnung bei 80 bis 130 Minuten. Schnelle Serien rechnet man besser in Bildern: über einen Tag mit Unterbrechungen sind 2000 bis 4000 Aufnahmen erreichbar. Eine direkte Umrechnung ist wegen der Pausen zwischen den Serien nicht sinnvoll.
Warum fällt der Akkustand beim Filmen schneller als erwartet?
Die CIPA-Angabe der Hersteller beschreibt einen Fotoablauf und liegt meist zwischen 500 und 700 Aufnahmen; Video ist darin nicht enthalten. Die Videolaufzeit liegt deshalb deutlich unter dem, was eine Umrechnung der Bildzahl nahelegen würde.
Kann während der Aufnahme mit einer Powerbank nachgeladen werden?
Bei manchen Modellen möglich, aber die Abwärme von Laden und Aufnehmen addiert sich; bei längeren Clips steigt das Risiko einer Temperaturabschaltung. Belastbarer sind die Speisung über einen Dummy-Akku oder das Wechseln zwischen den Abschnitten.
Ist der elektronische Verschluss wirklich sparsamer?
In aller Regel geringfügig, weil die Mechanik der Vorhangbewegung entfällt. Der Effekt ist jedoch klein und sollte nicht der Hauptgrund für die Wahl sein; Bildqualität und mögliche Verzerrungen wiegen schwerer.
Die Ausstattung nach dem eigenen Schwerpunkt zusammenzustellen, ist günstiger als eine pauschale Zahl: Der NP-FZ100-kompatible Akku ist mit 2280 mAh / 7,2 V / rund 16,4 Wh spezifiziert, einzeln etwa €16,36, als Set mit einem Akku und Ladegerät etwa €20,97 und als Set mit zwei Akkus und Ladegerät etwa €33,59. Für Videoschaffende empfiehlt sich der TNP-FZ100 mit 2400 mAh und rund 17,3 Wh, einzeln etwa €17,97, als Set mit einem Akku und Ladegerät etwa €22,58 und als Set mit zwei Akkus und Ladegerät etwa €36,50. Studios und Filmteams mit Bedarf in Stückzahlen nutzen die Großhandelsanfrage; ab etwa 100 Stück gelten Staffelpreise.