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„950mAh an R10, R50 und 850D: Laufzeit und Schätzung“

Kurz gesagt: Bei leichter Nutzung mit Displaysucher liegt eine 950mAh an der EOS R10 bei etwa 370-410 Aufnahmen, an der R50 bei etwa 320-365 und an der 850D mit optischem Sucher bei etwa 640-730. Das sind Bereiche, keine exakten Werte; die Schätzung nimmt die veröffentlichten Laufzeiten der Gehäuse mit dem originalen 1040mAh-Akku und multipliziert sie mit dem Verhältnis 950/1040. Die tatsächliche Zahl hängt von Sucherart, Stabilisierung, Displayhelligkeit, Umgebungstemperatur und Wiedergabegewohnheit ab; dieselbe Person kann an einem anderen Tag zwei bis drei Zehntel abweichen.

Zuerst die Methode, damit die Zahlen danach einzuordnen sind.

Wie diese Bereiche zustande kommen

Herstellerangaben zur Laufzeit entstehen in einem standardisierten Test und sind eine Größenordnung, kein Versprechen. Das Verhältnis von 950mAh zu 1040mAh liegt bei etwa 0.91, die theoretische Obergrenze also beim Nennwert mal 0.91. In der Praxis sorgen Entladekurve, Innenwiderstand und die Abschaltschwelle des Gehäuses dafür, dass das Ergebnis von diesem Verhältnis abweicht.

Gehäuse Referenzgröße mit 1040mAh (original) geschätzter Bereich mit 950mAh entscheidende Variable
EOS R10 etwa 400-450 Aufnahmen etwa 370-410 Aufnahmen Anteil der Arbeit am elektronischen Sucher
EOS R50 etwa 350-400 Aufnahmen etwa 320-365 Aufnahmen Displayhelligkeit, Funkverbindung
EOS 850D (optischer Sucher) etwa 700-800 Aufnahmen etwa 640-730 Aufnahmen ob Live-View genutzt wird
EOS 850D (Live-View) etwa 200-300 Aufnahmen etwa 180-270 Aufnahmen Dauer der Displaynutzung
EOS RP etwa 220-260 Aufnahmen etwa 200-240 Aufnahmen Ausleseleistung des Vollformats

Auffällig ist weniger die Höhe der Zahlen als der Abstand bei derselben 850D zwischen beiden Sucherarten — fast Faktor drei. Das zeigt: Laufzeit ist nie eine Eigenschaft des Akkus allein.

R10 und R50: gleiches APS-C, unterschiedliche Suchergewohnheit

R10: der größte Unterschied zwischen Sucher und Display

Der elektronische Sucher der R10 ist aufwendiger ausgelegt: Am Auge wird das Display abgeschaltet und der EVF läuft mit voller Bildrate, was anders zu Buche schlägt als die Arbeit mit dem Klappdisplay. Viele nutzen drinnen den EVF und draußen das Display, sodass der Verbrauch über den Tag sehr gemischt ist und sich kaum mit einer Zahl beschreiben lässt.

Wer überwiegend am Auge arbeitet und viel serienbildet, kommt näher an die Untergrenze; wer Einzelaufnahmen am Display gestaltet, näher an die Obergrenze. Das Akkufach der R10 ist klein und die Griffform kompakt; mindestens zwei 950mAh sind zu empfehlen.

R50: leichtes Gehäuse, Laufzeit leidet unter dem Display

Die R50 ist ein Einstiegsmodell, die Nutzung läuft stärker über Klappdisplay und Touchbedienung, das Display bleibt lange an — das ist der Hauptgrund für die kürzere Laufzeit gegenüber der R10. Hinzu kommt, dass die R50 oft per WLAN mit dem Smartphone verbunden bleibt, was den Ruhestrom weiter erhöht.

Am wirksamsten sind beim Stromsparen drei Dinge: Displayhelligkeit manuell auf mittlere Stufe statt automatisch auf Maximum; unnötige dauerhafte Bluetooth-Verbindungen abschalten; die automatische Abschaltung verkürzen. Damit kommen oft einige Dutzend Aufnahmen Reserve zusammen, direkter als über eine größere Kapazitätsstufe.

850D: optischer Sucher ist eine andere Welt

Die 850D ist eine DSLR; bei optischem Sucher arbeiten Sensor und Display praktisch nicht, daher liegt die angegebene Laufzeit deutlich über der von spiegellosen Gehäusen. Dieselbe 950mAh schafft an der 850D mit optischem Sucher sechshundert bis siebenhundert Aufnahmen und fällt bei Live-View sofort auf etwa zweihundert.

Für 850D-Nutzer heißt das: Wer einschätzen will, ob 950mAh reicht, muss sich zuerst fragen, ob Live-View zum Einsatz kommt. Mit optischem Sucher trägt eine 950mAh locker durch den Tag; wer dauerhaft am Display Videos oder niedrige Perspektiven aufnimmt, hat praktisch eine DSLM vor sich und sollte mit gut zweihundert Aufnahmen rechnen.

Vier Gewohnheiten, die den Bereich nach oben verschieben

  1. Die Dauer des halb durchgedrückten Auslösers verringern. Beim Bildaufbau den Auslöser loslassen und erst bei Bedarf halb durchdrücken; das spart spürbar Energie.
  2. Funk abschalten. WLAN und Bluetooth scannen im Bereitschaftszustand dauerhaft und sind unsichtbare Großverbraucher.
  3. Wiedergabe begrenzen. Nach jedem Dutzend Aufnahmen alles auf dem Display durchzusehen summiert sich zu vielen zusätzlichen Aufnahmen.
  4. Ersatzakkus bei Kälte am Körper tragen. Erwärmt sinkt der Innenwiderstand und die nutzbare Kapazität steigt wieder; das bringt mehr, als vor Ort weiter zu fotografieren.

Wer auch damit an einem Tag mehr als zwei Akkus verbraucht, liegt außerhalb des komfortablen Bereichs der 950mAh und sollte die Stufe 1050mAh mit langer Laufzeit prüfen oder zwei Akkus im Wechsel nutzen. Die vollständige Logik der Kapazitätsstufen steht im Leitfaden zu Kapazität und Kompatibilität des LP-E17.

Häufige Fragen

Warum erreiche ich nicht einmal die Untergrenze des geschätzten Bereichs?

Zunächst drei Ursachen ausschließen: Ist der Akku neu und vollständig formiert, wird bei Kälte fotografiert, sind Funk und helles Display lange aktiv? Ist all das unauffällig, kann eine normale Streuung zwischen Zellen vorliegen.

Wie lange lässt sich mit einer 950mAh filmen?

Grob nach Kapazität etwa neun Zehntel der Aufnahmezeit des Originals, doch Video entlädt mit konstanter Leistung und das Gehäuse hat eine Temperaturgrenze, sodass die nutzbaren Abschnitte meist kürzer sind. Für Daueraufnahmen besser 1050mAh verwenden und Ersatz einplanen.

Reichen zwei 950mAh für einen ganzen Drehtag draußen?

Bei APS-C-Gehäusen wie R10 und R50 meist ja; bei Vollformat wie RP und R8 können zwei knapp bis leer gehen, wenn viel fotografiert und viel wiedergegeben wird. Wer den Tag über nicht laden kann, sollte drei mitnehmen oder auf 1050mAh wechseln.

Müssen neue Akkus in den ersten Zyklen voll geladen und entladen werden?

Nein. Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory-Effekt, normale Nutzung genügt. Das sogenannte Formieren kalibriert lediglich die Ladestandsanzeige über einige vollständige Zyklen; zwei- oder dreimal bis niedrig entladen und dann voll laden verbessert die Anzeige, eine bewusste Tiefentladung ist nicht nötig.

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