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NP-F-Akkus: Laufzeit für Monitor und LED berechnen

Kurz gesagt: Für die Frage, wie lange ein NP-F-Akku trägt, genügt eine Formel: Laufzeit (Stunden) ≈ Akku-Wh × 0,85 ÷ Geräteleistung (Watt). Der Faktor 0,85 steht für die Verluste bei der Auf- und Abwärtswandlung, und Wh = Nennspannung 7,2V × Kapazität (Ah). Ein Beispiel: Der F970 hat 7,2V × 6,6Ah = 47,5Wh und versorgt einen Monitor mit 8W rund 47,5 × 0,85 ÷ 8 ≈ 5 Stunden lang. Mit dieser Formel lässt sich jedes Gerät selbst berechnen, ohne Raten.

1. Erster Schritt: mAh in Wh umrechnen

Die 6600mAh auf dem Etikett geben nur die Ladungsmenge an, nicht die Energie. Bei gleichen 6600mAh hat ein 7,2-V-Akku doppelt so viel Energie wie ein 3,6-V-Akku. Für Vergleiche über Geräte hinweg ist deshalb Wh die richtige Größe.

Die Umrechnung ist einfach: Wh = Spannung (V) × Kapazität (Ah), wobei Ah = mAh ÷ 1000. Die gesamte NP-F-Reihe arbeitet mit 7,2V; es genügt also, die Kapazität durch 1000 zu teilen und mit 7,2 zu multiplizieren.

Typ Nennkapazität Spannung Energie (Wh)
NP-F550 rund 2200mAh 7,2V rund 15,8Wh
NP-F570 rund 2600mAh 7,2V rund 18,7Wh
NP-F750 rund 4200mAh 7,2V rund 30,2Wh
NP-F770 rund 5000mAh 7,2V rund 36Wh
NP-F960 rund 5600mAh 7,2V rund 40Wh
NP-F970 6600mAh 7,2V rund 47,5Wh

Ein nützlicher Nebenvergleich: Für Lithium-Akkus im Handgepäck gilt bei Flugreisen eine anmeldefreie Grenze von 100Wh. Die 47,5Wh des F970 liegen bei weniger als der Hälfte; zwei oder drei Exemplare bleiben im zulässigen Rahmen. Die genauen Anmelde- und Mengenregeln stehen in den Regeln zum Mitführen von Lithium-Akkus.

2. Zweiter Schritt: die tatsächliche Leistungsaufnahme bestimmen

Die häufigste Fehlerquelle liegt nicht in der Formel, sondern in der falsch eingesetzten Leistung. Maximalleistung und typische Leistungsaufnahme der Hersteller unterscheiden sich oft um den Faktor zwei. Die folgenden Bereiche geben einen Ausgangspunkt.

Gerätetyp Typische Leistungsaufnahme Erläuterung
5-Zoll-Monitor (400-500nit) etwa 4-6W mittlere Helligkeit, keine Aufzeichnung im Gerät
7-Zoll-Monitor, hohe Helligkeit (1000nit+) etwa 8-12W das helle Display ist der Hauptverbraucher
Empfänger einer Funkstrecke etwa 3-5W zusätzlich zum Monitor rechnen
Kleines LED-Panel etwa 10-20W schwankt mit der Helligkeitsstufe
Leistungsstarker LED-Strahler etwa 25-40W bei voller Leistung nahe der Belastungsgrenze des Akkus

Fehlt eine Angabe, hilft eine grobe Methode: den Eingangsstrom in der Anleitung mit der Spannung multiplizieren. Bei 12V / 0,7A ergibt das etwa 8,4W. Steht nur der Hinweis, es werde ein NP-F970 empfohlen, deutet das meist auf mittlere bis hohe Leistung hin; mit einem kleinen Akku greift dann schnell die Unterspannungsschutzschaltung.

3. Dritter Schritt: Formel anwenden und planbare Zeiten erhalten

Die Werte der ersten beiden Schritte in die Formel einsetzen – fertig. Die folgende Tabelle ist bereits mit dem Faktor 0,85 gerechnet und lässt sich direkt für die Tagesplanung verwenden.

Leistungsaufnahme F550 (15,8Wh) F750 (30,2Wh) F970 (47,5Wh)
5-W-Monitor etwa 2,7 Stunden etwa 5,1 Stunden etwa 8,1 Stunden
8-W-Monitor etwa 1,7 Stunden etwa 3,2 Stunden etwa 5,0 Stunden
15-W-Panel etwa 0,9 Stunden etwa 1,7 Stunden etwa 2,7 Stunden
30-W-Strahler etwa 0,4 Stunden etwa 0,9 Stunden etwa 1,3 Stunden

Für die Praxis empfiehlt es sich, das Ergebnis noch um etwa 20 % zu kürzen; die Gründe stehen im nächsten Abschnitt. Ein F970 an einem 8-W-Monitor sollte also für rund 4 Stunden geplant werden, nicht für 5.

  1. Alle Lasten auflisten: Teilen sich Monitor, Funkstrecke und Follow-Focus einen Akku (über D-Tap oder Verteiler), addieren sich die Leistungen.
  2. Mit der höchsten Stufe rechnen: Die Helligkeit der Leuchte wird verstellt, geplant werden muss aber mit der höchsten Stufe, die zum Einsatz kommt.
  3. In Stunden pro Akku umrechnen: Das Ergebnis auf den Akku kleben, dann muss vor Ort nicht gerechnet werden.
  4. Menge nach Szenen planen: Gesamtdauer ÷ Laufzeit pro Akku, aufrunden und einen zusätzlichen Akku als Puffer einplanen.

4. Vier Faktoren, die die Schätzung verfälschen

Die Formel liefert einen theoretischen Wert; vor Ort gibt es immer Abweichungen. Wer weiß, woher sie kommen, kann Reserven einplanen.

  • Überzeichnete Kapazitätsangaben: Ein günstiger Akku ist mit 8000mAh angegeben und hat doch die Abmessungen eines F970; real liegt er meist um 5000mAh. Das Volumen setzt die physikalische Obergrenze der Zelle, Angaben jenseits jeder Erfahrung sind nicht glaubwürdig.
  • Kälte: Unter 0 °C sinkt die nutzbare Kapazität deutlich, bei -10 °C bleiben unter Umständen nur 60 bis 70 % des Werts bei Raumtemperatur. Beim Filmen im Winter die Akkus am Körper tragen und erst zum Einsatz einsetzen.
  • Spannungseinbruch am Ende der Entladung: In den letzten 10 % fällt die Spannung von Lithium-Ionen-Akkus schnell; viele Geräte lösen vorzeitig den Unterspannungsschutz aus, die nutzbare Kapazität liegt unter dem Nennwert.
  • Wandlungsverluste abhängig von der Leistung: Bei hohem Strom liegt der Wirkungsgrad unter 0,85; für ein Gerät mit 30W trifft man mit 0,8 die Praxis besser.

Ein oft übersehener Punkt: Bei der Versorgung von Leuchten ist die Dauerbelastbarkeit des Akkus wichtiger als die Kapazität. Kleine Typen brechen unter hohem Strom spürbar ein – die Leuchte bleibt dann bei 40 % Anzeige dunkel. Deshalb wird für leistungsstarke Leuchten üblicherweise der F970 und nicht der F550 empfohlen.

Wer nicht Monitor und Leuchte, sondern ein Systemkameragehäuse dauerhaft versorgen will, braucht einen anderen Ansatz: Das Akkufach hat eine eigene Aufnahme, es kommt eine Dummy-Akku-Lösung infrage; die Formen sind unter Stromversorgung über NP-FZ100-Dummy-Akku beschrieben. Die NP-F-Reihe von YO ist bei der Kapazitätsangabe eher konservativ; die errechneten Zeiten passen zur Praxis und eignen sich für diese Art der Planung. Weitere Typen und Stufenunterschiede stehen auf der Kategorieseite zu NP-F960 / F970.

Häufige Fragen

Warum lässt sich die Laufzeit nicht direkt über mAh vergleichen?

Weil mAh nur die Ladungsmenge angibt und die Spannung nicht enthält. 6600mAh bei 7,2V und 6600mAh bei 3,6V unterscheiden sich in der Energie um den Faktor zwei. Erst in Wh umgerechnet sind Akkus unterschiedlicher Spannung vergleichbar.

Was bedeutet der Faktor 0,85 in der Formel?

Er steht für die Verluste bei der Stromwandlung. Der Akku liefert 7,2V, im Gerät wird oft auf 12V hochgesetzt oder auf 5V stabilisiert; dabei wird ein Teil der Energie zu Wärme. Bei den meisten Geräten liegt der Wirkungsgrad zwischen 0,8 und 0,9, 0,85 ist ein brauchbarer Mittelwert.

Warum weicht die Restzeitanzeige des Monitors von der Rechnung ab?

Die meisten Monitore schätzen den Restladestand über die Spannung, und die Entladekurve von Lithium-Ionen-Akkus verläuft im mittleren Bereich sehr flach – die Schätzung ist entsprechend ungenau. Angezeigt wird ein grober Anteil zur aktuellen Spannung, nicht die tatsächlich verbleibende Energie. Mit der Uhr mitzustoppen ist verlässlicher als der Prozentwert.

Verlängert eine Parallelschaltung zweier Akkus die Laufzeit?

Ja, aber unter Voraussetzungen. Parallelbetrieb verlangt ähnliche Spannung und ähnlichen Innenwiderstand; werden alte und neue Akkus gemischt, verteilt sich der Strom ungleich, und der schwächere Akku bremst das Gesamtsystem. Ordentliche Doppelakku-Halterungen haben eine Trennschaltung, ein einfacher Verteiler leistet das nicht.

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