Kurz gesagt: F550, F750, F960 und F970 verwenden dieselbe NP-F-Aufnahme mit denselben Kontakten, jeder Akku versorgt also jedes NP-F-Gerät. Unterschiedlich sind nur Kapazität und Baugröße. Wer wenig Leistung zieht und beim Drehen ohnehin Pausen für einen Wechsel hat, kommt mit dem F960 aus. Wer lange Takes ohne Unterbrechung aufzeichnet oder Monitor und Leuchte aus einem Akku betreibt, für den rechnet sich der F970. Alle vier laufen mit 7,2V, die Kapazität reicht von 2200mAh bis 6600mAh, also fast das Dreifache an Energie bei identischem Stecker. Erst den Verbrauch der Geräte rechnen, dann den Drehablauf, zuletzt den Preis.
Die vier Modelle im Vergleich
Energie ist Kapazität mal Spannung. Da alle vier dieselben 7,2V haben, entspricht der Kapazitätsunterschied genau dem Energieunterschied. Die Werte sind aus den Referenzkapazitäten des Originals umgerechnet; unser kompatibler NP-F960 ist mit 5400mAh und 38,9Wh angegeben.
| Modell | Kapazität | Energie | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| NP-F550 | ca. 2200mAh | ca. 15,8Wh | Kurze Außendrehs, Reserve für eine Leuchte, leichtes Gepäck |
| NP-F750 | ca. 4400mAh | ca. 31,7Wh | Mittlere Drehtage, Gimbal-Arbeit, eine Leuchte |
| NP-F960 | ca. 5400mAh | ca. 38,9Wh | Normale Camcorder-Aufnahmen, ein Monitor plus eine Leuchte |
| NP-F970 | ca. 6600mAh | ca. 47,5Wh | Ganztägige Außendrehs, mehrere Geräte, Kälte |
Die Rechnung zum Nachprüfen: 2,2Ah × 7,2V = 15,8Wh, 4,4Ah × 7,2V = 31,7Wh, 5,4Ah × 7,2V = 38,9Wh, 6,6Ah × 7,2V = 47,5Wh. Das sind Nennwerte. Nutzbar ist etwas weniger, weil die Schutzschaltung eine Reserve behält und die Zellen bei Abschaltschwelle noch Ladung enthalten.
Die Tabelle sagt noch etwas anderes: F550 bis F970 sind keine vier Generationen, sondern vier parallele Kapazitätsstufen einer Reihe. Hersteller kombinieren sie mit verschiedenen Gehäusen, um Verbrauch und Akkufachgröße zu treffen, nicht weil ältere Akkus nicht mehr passen.
Gleiche Aufnahme, was das Mischen kostet
Mechanisch nichts. NP-F wurde in der Camcorder-Ära als Standard festgelegt: Schlitzbreite, Kontaktlage und Verriegelung sind bei allen vier identisch. Ein F970 passt in ein Gehäuse, das mit F550 ausgeliefert wurde, und umgekehrt ebenso.
Anders sind Tiefe und Gewicht. Kapazität entsteht durch gestapelte Zellen, deshalb ist der F550 am flachsten, der F750 liegt in der Mitte, und F960 wie F970 teilen das große Gehäuse. An einer kleinen Handkamera wandert der Schwerpunkt nach hinten, das Rig wirkt kopflastig; auf der Schulter ist es umgekehrt, weil der große Akku als Gegengewicht dient.
Zwei Stolpersteine aus der Praxis. Erstens die Fachhöhe: Bei einigen Gehäusen mit Klappdeckel schließt der Deckel über F960 oder F970 nicht mehr. Zweitens die Restanzeige: Kompatible Akkus haben einen einfacheren Chip, manche Kameras melden nicht lesbare Akkuinformationen oder schätzen die Restzeit falsch. Die Stromabgabe bleibt unberührt.
Das Mischen selbst ist unbedenklich. Heute F550, morgen F970 schadet der Kamera nicht, und Lithiumakkus brauchen keine Paarung. Zu vermeiden ist nur, Akkus unterschiedlicher Kapazität parallel auf derselben Adapterplatte zu entladen: Der kleinere ist zuerst leer und wird dann vom größeren rückwärts geladen.
Wann sich der F970 rechnet
Der F970 hat 8,6Wh mehr als der F960, rund 22 Prozent. Bei einem 10W-Gerät sind das 38,9Wh ÷ 10W ≈ 3,9 Stunden gegenüber 47,5Wh ÷ 10W ≈ 4,8 Stunden, also knapp eine Stunde Differenz. Das ist eine Schätzung.
Der Aufpreis lohnt daher nicht wegen „etwas mehr Kapazität“, sondern in bestimmten Lagen: ein Longtake mit einer Kamera, der nicht unterbrochen werden darf; eine Veranstaltung ohne Lücke für den Wechsel; Monitor und Leuchte an einem Akku; Kälte, in der die Kapazität ohnehin sinkt.
Gibt es dagegen natürliche Wechselpunkte – neuer Interviewpartner, Szenenwechsel, volle Karte –, schließt ein Ersatzakku die 22 Prozent günstiger.
Wann der F960 einfach reicht
Meistens. Zwei F960 ergeben zusammen 77,8Wh, deutlich mehr als die 47,5Wh eines einzelnen F970, und erlauben Hot-Swap: einer versorgt das Rig, der andere lädt. Für dasselbe Budget bekommt man mit zwei kleineren Akkus mehr nutzbare Energie und mehr Ausfallsicherheit.
Auch das Gewicht spricht dafür. Der F960 ist leichter, was am Ende eines Sliders, Gimbals oder Handheld-Arms hilft: weniger Masse auszubalancieren, weniger Last auf den Motoren.
Preislich liegt unser kompatibler NP-F960 bei ¥212.40 pro Stück, zwei kosten also etwa so viel wie ein F970. Die Daten stehen auf der Produktseite zum NP-F960, weitere Akkus unter Sony NP-F960 Serie.
Häufige Fragen
Passt ein F970 in eine Kamera, die mit F550 geliefert wurde?
Ja. Alle vier teilen Aufnahme und Kontakte. Zu prüfen ist nur die Tiefe des Akkufachs, denn bei einigen Gehäusen mit Klappdeckel schließt dieser über den größeren Akkus nicht.
Schadet das Mischen von Kapazitäten der Kamera?
Nicht bei Verwendung einzeln nacheinander. Das Gerät zieht die Spannung und den Strom, die es braucht. Nur parallel auf einer Adapterplatte sollte man unterschiedliche Kapazitäten nicht entladen.
Meine Restzeitanzeige stimmt nicht. Ist der Akku defekt?
Nicht zwingend. Kompatible Akkus nutzen einen einfacheren Chip, daher können manche Kameras die Daten nicht vollständig lesen. Läuft das Gerät, ist die Versorgung in Ordnung.
Ein F970 oder zwei F960?
Das hängt davon ab, ob Sie anhalten können. Mit Wechselpausen bringen zwei F960 mehr Gesamtenergie und Hot-Swap. Ohne Pause und ohne Platz für einen zweiten Akku nehmen Sie den F970.